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The 1975 machten auf ihrer Europa-Tournee am 1. März im X-Tra Zürich Halt und zogen junge Fans in Scharen an.

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The 1975 im X-Tra, damals noch als Supportact (Foto: Sacha Saxer) 

In den Abend startete die Schweizer Band Undiscovered Soul. Da ich wegen ungünstigen ÖV-Verbindungen diesen Auftritt verpasst habe, kann ich darüber leider nicht berichten. The 1975 betraten pünktlich um 20:45 Uhr unter tosendem Beifall und Gekreisch der jungen Mädchen die Bühne. Den Auftakt machten sie nach einer kleinen Drum-Panne mit ihrer ersten veröffentlichten Single aus dem Jahr 2012, The City. Nach den etwas schleppenderen Liedern Milk, M.O.N.E.Y. und So far nahm die Show erstmals an Fahrt auf. Dazwischen einige Begrüssungsparolen à la «We’re the 1975 from Manchester, UK».  Während Talk! schien der von weiblichen Gästen angehimmelte Frontsänger Matt Healy einige Rhythmusprobleme im Refrain zu haben, der Gesang passte nicht ganz zur Musik im Hintergrund, aber das schien das Publikum nur anfangs ein wenig zu stören. Blieb nur übrig zu denken, dass dies entweder eine einkalkulierte Handlung oder ein kleiner, aber beständiger Soundpatzer war.

Zwischendurch brachte der Frontsänger erneut die in massiver Überzahl Teenager-Mädchen zum Schwärmen, indem er ihnen mehr oder weniger versprach, dass die Band versuchen wird, sich nach dem Auftritt ein wenig Zeit für die Fans zu nehmen, bevor ihr Rückflug nach England ansteht. Grosse Begeisterung im Saal.
Des weiteren zeigte sich, dass die Lieder von The 1975 überaus hitverdächtig und tanzbar, aber sich zum Teil auch ziemlich ähnlich sind. Nach dem poppigen She Way Out kündigte Healy ihre neuste Single Settle Down an. Das Publikum fing mittlerweile vermehrt an, zur Musik zu tanzen und lautstark mitzusingen, was bei den vorhergehenden Liedern nicht ganz der Fall war.

Matt Healy brachte mit «Are you enjoying yourselves, Zurich?» den Saal zum Toben, alle schrien zur Freude der Band laut «Yeeeeah!».  Nach der Ansage «This is a song for the guys» und dem darauffolgenden Riff von Girls schien es im X-Tra kein Halten mehr zu geben. Man merkte der Band an, dass sie viel Spass daran haben, ihre Lieder live zu präsentieren. Nach dem Lied vermerkte er in einem weiteren Kommentar, dass die Band jetzt normalerweise die Bühne verlassen würde, um dann zurückzukommen und die Zugabe zu spielen, aber (O-Ton Healy): «… but now we’re just gonna stay and play them anyway!»
Das erste Lied der Zugabe wurde einem Mädchen gewidmet, welches Matt Healy vom Konzert im Februar 2013 (als Support von Two Door Cinema Club) dank ihres «nice chin and overall nice profile» anscheinend im Publikum wiedererkannt hatte. Alle Köpfe ragten heraus, alle wollten einen Blick auf sie erhaschen. Wahrscheinlich gelang dies jedoch nur den Leuten, die um sie herumstanden. Darauf folgte eine kurze Anekdote zu ihrer kleinen Unterhaltung über die Arroganz der Briten, welche sie damals anscheinend verneinte. «This is a love song for the girl with the nice chin!» Man hörte ein Schmachten und vielmals ein «Ooooh» durch den Saal klingen und die Band begann, Robbers zu spielen. Als zweitletzten Song spielten The 1975 ihren Überhit Chocolate – das Publikum sang lauthals mit und es war anzunehmen, dass wohl etwa nur die Hälfte des Publikums den wirklichen Inhalt des Liedes  verstand, denn «Chocolate» gilt im Raum Manchester als ein beliebtes Synonym für eine Art von Marihuana. Als Abschluss des soliden, aber viel zu kurzen Konzertes spielte die Band Sex, welches ebenfalls lautstark vom Publikum mitgesungen wurde.

Das Konzert endete um 21:50 Uhr, nach einer Stunde und 5 Minuten Spieldauer. Aber wie ich beim Herauslaufen mitbekommen habe, war anschliessend eine grosse Hip-Hop-Party geplant: Im Saal bemerkte ich riesige aufgehängte Gesichter aus Papp, worauf unter anderem Snoop Dogg und Notorious B.I.G. abgebildet waren und vor dem X-Tra bildete sich eine lange Schlange von unzähligen jungen eingefleischten Hip-Hop-Fans – und Scharen von jungen Mädchen rannten aufgeregt plappernd an mir vorbei, um The 1975 vor dem Tourbus noch abfangen zu können.