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Mumford & Sons vollzogen mit dem letzten Album «Wilder Mind» einen Kurswechsel. Wie das bei den Fans ankommt, kann man am 16. Mai 2016 im Hallenstadion sehen.

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Mumford & Sons sind auf dem neuen Album nicht wieder zu erkennen. (Foto: zvg)

2009 tauchte plötzlich diese Band in London auf. Sie nahmen den Folk der amerikanischen Prärie – im Grunde ein Banjo – und kombinierten ihn mit dem bereits ausgedehnt weidenden Indie-Rock. Mumford & Sons gelang mit ihrem Debüt Sigh No More und der Single Little Lion Man ein traumhafter Einstand. Wochenlang hielt sich das Album in den Charts. Es waren erfrischende, hoffnungsvolle Songs.

Drei Jahre später legten sie Babel nach. Doch die Welt hatte sich weiter gedreht. Viele andere sind auf den Indie-Folk-Zug aufgesprungen. Trotzdem landete Babel in Grossbritannien und den USA auf Platz 1. Musikalisch gewandelt haben sich Mumford & Sons allerdings kaum. I Will Wait ist zwar eine sehnige Live-Hymne, doch hört man den Song direkt nach Little Lion Man, wird deutlich, wie wenig sich getan hat.

Und weil sich von Bands bis Singer/Songwriter allzu gerne im Indie-Folk probierten, war spätestens mit Babel der Sättigungsmoment erreicht. Das Gedudel und Geschrammel begann zu nerven.

Der kompromisslose Wandel

Letztes Jahr rissen Marcus Mumford und seine Kumpanen den Wagen um 180 Grad rum. Wilder Mind verabschiedet sich vom folkigen Geklimper, winkt überdeutlich mit epochalen Rockgebilden, die nur in den Stadien funktionieren, die Mumford & Songs unlängst füllten.

Diese Entwicklung – oder wenn man sagen möchte: Experiment – kam nicht überall gut an. Laut.de verriss die Scheibe: «Es geht auf Wilder Mind leider alles verloren, was Mumford & Sons ausmachte: die melancholischen Melodiebögen und Instrumentierungen, die gallopierenden Banjo-Fingerpickings, der akustische Folkzirkus. Eben das, was man mögen oder verspotten konnte, was die Band aber definierte und populär machte.»

Und das einflussreiche Magazin Pitchfork war noch ein Tick gnadenloser: «They are 12 variations on vaguely Don Henley-inspired arena schlock, and in this transition, they’ve found a new bottom. Mumford & Sons‘ only hope to stand out was lost in favor of a cheap imitation, and not even a banjo can save them now.»

Zum Teil kann man den Verrissen beipflichten. Die Einzigartigkeit ging mit dem Kurswechsel verloren. Andererseits muss man auch ehrlich sein: Diese Einzigartigkeit, dieser nach laut.de «akustische Folkzirkus» begann nach gefühlt einer Minute gewaltig zu nerven.

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Mumford & Sons spielen am 16. Mai 2016 im Hallenstadion. Dann wird sich zeigen, was der neue Sound leisten kann.

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