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Seit fast drei Jahrzehnten bietet das Abby in Messkirch bei Singen der Süddeutschen Wave-Szene eine Heimat. DJ Dieter steht dort seit 25 Jahren hinter dem Mischpult. Am Mittwoch, 19. Oktober legt er im X-Tra Zürich auf. Im Gepäck: Die vergriffenen und gesuchten Abby-Sampler, die Sammelalben mit Hits des Clubs.

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Die Abby-DJs Dieter (links) und Andi. Bild: zvg

 

Dass sie während Jahrzehnten auf eine so treue Besucherschar zählen dürfen, hätten sich die Gründer der Party-Reihe nicht geträumt, als sie 1989 zum ersten Mal zu ersten Abby-Clubabenden einluden. Mit diesen Veranstaltungen zogen ungewohnte Sounds in der Grossraumdisco in Messkirch ein: Gothic, Elektro, Dark Wave, Postpunk. «Und Psychobilly!», ergänzt DJ Dieter schmunzelnd.

Seit 1996 ist gehört er zum Veranstaltungsteam und steht regelmässig selber hinter dem Mischpult. «Damals kamen Woche für Woche 150 Psychobillys und Tedds mit ihren bunten Tollen auf unsere Partys. Entsprechend bunt gefächert war das Musikprogramm.» Die Psychobillys sind mittlerweile verschwunden. Und die Schwarze Szene hat sich gewandelt. Doch sie ist dem Abby bis heute treu geblieben. Dieter hat die Entwicklungen aufmerksam verfolgt: «Einerseits sind uns einige der alten Waver als Stammgäste erhalten geblieben. Gleichzeitig findet eine neue Generation von jungen Besuchern regelmässig den Weg in den Club», sagt er.

Die Abby-Compliations

Zur Identifikation mit dem Abby haben die insgesamt fünf Sampler beigetragen, die das Team zusammen gestellt hat. Bestückt sind sie mit Songs, die auf dem Dancefloor gespielt wurden. Die ersten Ausgaben der Compilation-Reihe sind mittlerweile gesuchte Raritäten, die mit ein bisschen Glück auf «ebay» ersteigert werden können.

 

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Was für eine Tanzfläche! Bild: zvg

Die letzten beiden Sampler hingegen, die Abby – Compilation 4.1.und 4.2, sind vor zwei Jahren erschienen und noch käuflich erhältlich. Die CDs bilden die ganze stilistische Bandbreite ab, die an den Partys zu hören ist: vom Neue-Deutsche-Welle-Sound von Stefan Eicher, dem Postpunk von Joy/Disaster bis zum Elektro von Solitary Experiments ist hier alles zu finden.

Seit 2014 sind allerdings keine neuen Compilations mehr erschienen. Dazu erklärt DJ Dieter: «Wir mussten das Projekt mit den Samplern auf Eis legen, weil heute niemand mehr CDs kauft.» Zudem sei Musik heute online überall und jederzeit erhältlich. 1989, im Zeitalter vor dem Internet, war das noch anders: «Damals war es schwierig, ja fast schon unmöglich, an gewisse Sounds heran zu kommen. Wenn die Leute sie bei uns im Club hörten, wollten sie diese jedoch auch zuhause haben. Darum haben wir die CD-Samplerreihe initiert», erinnert sich DJ Dieter.

Bei seinem DJ-Set im X-Tra legt er neben Tracks von den CD-Samplern und Klassikern der Schwarzen Szene auch neue Musik auf. Zurzeit faszinieren ihn Bands wie die griechischen Selofan: Ihr minimalistischer, elektronischer und Dark-Wave-inspirierter Sound sei momentan in der Szene angesagt, sagt DJ Dieter. Auf seinen Auftritt in Zürich freut sich der rund 45-Jährige: «Ich habe letztes Jahr schon einmal hier aufgelegt. Die Location, das X-Tra, finde ich sehr stimmungsvoll.» Ob er mehr auf elektronische Sounds setzt, oder die Gitarren im Mittelpunkt stehen, lässt er offen. Das wolle er vom Publikum abhängig machen.