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Moonsorrow melden sich mit dem neuen Album «Jumalten Aika» zurück. Die magische Zahl sieben steht der finnischen Pagan-Metalband ausgezeichnet und so weiss ihr siebtes Album voll und ganz zu überzeugen. Nicht ganz sieben Jahre, aber fast volle fünf mussten die Fans nun auf dieses Album warten, doch das Warten hat sich gelohnt. Sieben Lieder beinhaltet das Album, jedoch sind die beiden letzten Bonus Tracks und deutlich kürzer als die neuen Songs des Albums.

Moonsorrow-Jumalten-Aika

Was haben alle Pagan-Lieder gemeinsam? Richtig, sie gehen alle mindestens sieben Minuten, durchschnittlich eher zehn bis fünfzehn. Während bei Pop oder Rock die meisten Songs eine Durchschnittslänge von drei bis vier Minuten haben, findet man im Metal eher selten so kurze Songs.

Moonsorrow existieren mittlerweile seit über zwanzig Jahren, wobei ihr erstes Album erst im Jahr 2001 erschien. Die Band vermischt Elemente aus Black und Folk Metal und episch-heroische Texten, die von den nordischen Mythologien inspiriert wurden. Es sind jedoch keine wirklichen Sagen, sondern nur Geschichten, die zu der ganzen Stimmung passen.

Allgemein sieht sich die Band als eine Art Sprachrohr zwischen der Natur, dem Spirituellen und dem Rest der Welt. Ihr Sound soll einen auf eine spirituelle Reise nehmen, zurück in eine Zeit, als der Mensch näher an der Natur war, es noch Götter- und Geistersagen gab.

Das (Zeit)alter der Götter

Der erste Song Jumalten Aika, übersetzt «das Zeitalter der Götter», ist gleichzeitig der Albumname und führt mit einem langen, melodischen Intro in eine fremde, nordische Welt. Vor dem inneren Auge sieht man, wie sich Bilder zusammenfügen, auch wenn man die Worte nicht versteht, welche einem der Sänger ins Ohr growlt. Der Song handelt von Entstehung und Vergänglichkeit. Entstehung der Welt, der Erde, des Menschen. Nur Erinnerungen werden überdauern, das woran man sich nicht erinnert, stirbt auf ewig. Die Menschen, die ihre eigenen Götter erschaffen, welche sie erschaffen haben. Der unendlichen Suche nach Wahrheit, die ersten Schriften, die ersten Lieder. Ein wunderbares Lied um ein Album zu beginnen!

Weiter geht die Reise mit einem Mann, der auf alte Runen stösst. Die Naturgewalt, die bei Ruttolehto incl. Päivättömän Päivän Kansa mitspielt, ist das Wasser. Es geht um Opfergaben, um den Tod und um die Suche nach den uralten Geistern. Animalischer wird’s hingegen im Lied Suden Tunti, hier wechselt die Perspektive vom Manne zum Wolf. Einem mächtigen Wolf, der nur auf seine Stunde wartet um sich von seinen Ketten zu befreien und selbst die Götter in Stücke zu reissen. Ein sehr düsterer Song, der einen direkt gedanklich in die Wildnis schleudert. Leider, abgesehen von den zwei Coversongs am Ende des Albums, der kürzeste neue Song der Band.

Gewohnt lange geht es dann mit den letzten zwei Songs Mimisbrunn und Ihmisen Aika, welche jeweils etwa sechzehn Minuten gehen. Mimisbrunn erzählt von einem alten Weltenbaum und die Legenden, die sich um diesen Ranken, von verschiedenen Welten und den Alten, die diese Legenden erzählen.

Ihmisen Aika erzählt eine Kriegsgeschichte, eine Geschichte von kaltem Stahl und dem Ruf des Goldes. Mit einem bitteren Ende und dem Wunsch zu sterben um dieser elenden Gier zu entfliehen. Durch all diese Welten und Geschichten getragen, findet man nach knapp 75 Minuten wieder zurück in die Realität und bedauert fast, dass man sich nicht auf einer Waldlichtung mit Lagerfeuer und einem Halbmischlingswolf als Haustier wiederfindet, sondern irgendwo in einer Strassenbahn zwischen dutzenden von Menschen, die alle an ihrem Smartphone hängen.

Moonsorrow live

Die Band weiss mit ihrem neuen Album vollkommen zu überzeugen. Es ist etwas rauer als die früheren Alben. Es vermittelt auch keine wirklich gute Laune, wie man es sonst bei gewissen Folkmetalbands kennt, bei denen man manchmal einfach mithüpfen möchte. Beim Anhören von Moonsorrow bekommt man eher Lust eine Axt zu packen und in mit dieser in die Wälder aufzubrechen. Wenn man sich mit den Texten befasst, bekommt man jedoch schon fast etwas Angst, denn sie sind recht düster und mittelalterlich.

Nachdem sie ihr Album angekündet haben, geben sie auch mit Live-Shows richtig Gas. So haben sie eine ganze Europatour, über Amsterdam, Paris, Madrid nach London. Leider sind noch keine Acts in der Schweiz angekündet. Jedoch treten sie drei Mal in Deutschland auf: In Bochum, in Bornstedt am Dark Troll Festival und in Dinkelsbühl am Summer Breeze.

Die Arbeit und Warterei hat sich gelohnt, bereits ein paar Tage nach dem Albumrelease steht Moonsorrow mit Jumalten Aika auf Platz 1 der Album Charts von Finnland. Gut Ding will Weile haben und wird dafür mit dem gebührendem Erfolg belohnt.

Release
1. April 2016

Label
Century Media

Tracklist

  1. Jumalten aika
  2. Ruttolehto incl. Pävivättömän päivän kansa
  3. Suden tunti
  4. Mimisbrunn
  5. Ihmisen aika
  6. Soulless (Grave Cover)
  7. Non Serivam (Rotting Christ Cover)