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Wenn die Verkörperung von Sex, Drugs and Rock’n’Roll im Komplex 457 auftritt, dann darf eine legendäre Show erwartet werden, oder etwa nicht? Dave Wyndorf und seine Band Monster Magnet vermochten diese Erwartungshaltung leider nicht zu erfüllen.

Artikel 2014-02-03 Monster-Magnet Artikelbild

(Foto: Sacha Saxer)

Am vergangenen Montagabend fanden sich rund 450 Leute im Saal des Komplex 457 ein, um die Stoner Rock Band Monster Magnet live zu erleben. Die Band – deren Sound aus einer Mischung von Metal, Punk, Space Rock und einer ordentlichen Portion Psychedelic besteht – schuf mit ihrem Album Spine of God im Jahre 1991 einen Stoner Rock Klassiker. Ihr kürzlich erschienenes Album Last Patrol wird in den höchsten Tönen gelobt und als das Intensivste, was sie je gemacht haben, bezeichnet. Umso grösser war die Erwartungshaltung und Vorfreude auf ihren Auftritt.

Church of Misery

Doch Freud und Leid liegen bekanntlich nah beieinander. So musste sich das Publikum vor Monster Magnets Auftritt Church of Misery zu Gemüte führen. Zugegeben, die Doom-Metal Band aus Tokyo machte im Vorfeld des Konzertes neugierig. Church of Misery verbindet Psychedelic Rock mit den charakteristischen Riffs früherer Black-Sabbath-Songs. Ihre Songtexte drehen sich fast ausschliesslich um verschiedene Serienmörder und der Gesang ist sehr rau und hart. Sacha Saxer, Negative White-Redaktionsleiter und -Fotograf, beschrieb das Aussehen der Band treffenderweise als «eine Mischung aus Planet of the Apes und Cheech & Chong». Church of Misery spielten ein monotones 45-minütiges Set, welches beim Publikum so gar keinen Anklang fand. Tonprobleme, welche zu mehreren Rückkopplungen führten, schmerzten zusätzlich in den Ohren. Doch auch dieser Auftritt fand ein Ende und die Frage, warum sich Monster Magnet ausgerechnet Church of Misery als Vorband ausgesucht hatten, blieb offen.

You’ll sing… Space Lord Mother

Dann war es soweit. Die älteren Herren von Monster Magnet betraten die Bühne und stimmten I Live Behind the Clouds von ihrem neuen Album Last Patrol an. Dave Wyndorf kreiste die Hüften und gestikulierte bedeutend zu den Songtexten oder seinen Liedansagen. Seine undeutliche Aussprache war jedoch wirklich schwierig zu verstehen. Dies war vielleicht mitunter ein Grund, warum keine Verbindung zum Publikum entstehen konnte. Am Auftritt von Monster Magnet war eigentlich nichts auszusetzen. Zu begeistern vermochte die Band jedoch auch nicht. Das Konzert gestaltete sich eher langweilig als spektakulär. Weder die Show selbst, noch die Lichttechnik rissen das Publikum mit. Erst als Monster Magnet Space Lord als dritte und letzte Zugabe antönten, erwachte das Publikum aus seinem Dauerschlaf, begann zu tanzen und lautstark mitzusingen. Dann war das Konzert schon vorbei und eine Leere machte sich in mir breit. Irgendwie hatte ich mehr erwartet…