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In Extremo boten ein publikumnahes Konzert im Kofmehl in Solothurn. Die verbundene Stimmung der Audienz schlug sich auf das gesamte Konzert nieder. Vollkommen harmonisch, vollkommen begeistert und vollkommen sympathisch.

Das Konzert war ausverkauft und das Kofmehl pumpenvoll. Ein Vorteil der Location ist die treppenförmige Loge. Wenn man in der Halle keinen Platz mehr fand, konnte man nach oben ausweichen und musste nicht befürchten – ganz im Gegensatz zum Komplex 457 – in den hinteren Reihen nichts mehr zu sehen.

Dann trat In Extremo auf die Bühne. Eine Vorband gab es nicht. Die Menge gröhlte und jubelte. In Extremo eröffnete mit zwei mitreissenden Songs: Sterneneisen und Frei zu sein. Nach den ersten paar Liedern und einer netten Begrüssung durch Sänger Michael Robert Rhein alias „Das letzte Einhorn“, gab es einen kurzen Unterbruch. Grund dafür war der Geburtstag des Yellow Pfeiffers, der Marktsackpfeife und Schalmei spielt, und der vom ganzen Publikum ein Geburtstagsständchen vorgesungen bekam. Und weiter ging es: Zigeunerskat, Stalker, Liam, Unsichtbar, Ave Maria, Rasend Herz. In der Zugabe wurden die Konzertbesucher noch mit dem Spielmannsfluch belegt; das einzige Lied was wirklich noch fehlte war Herr Mannelig. Trotz des ausdrücklichen Wunsches vom Publikum, liessen sich In Extremo nicht dazu erweichen.

Dennoch sind wohl alle Fans auf ihre Kosten gekommen. Es wurde mitgeklatscht, mitgesungen und der Band zugerufen. Man hatte das Gefühl an einem alten Mittelaltermarkt zu stehen. Es hätte nur noch ein paar Verkaufsstände gebraucht und noch mehr Schausteller. Erwähnenswert ist auch noch die gute Reaktion der Band auf einen betrunkenen und oder bekifften Konzertbesucher, der sich einen Spass draus machte lauthals zwischen zwei Liedern den Konsum solcher Mittel zu propagieren: In Extremo reagierte cool und meinten nur, dass sie mit so etwas nichts zu tun hätten. Hut ab für dieses klare und vernünftige Statement!