Conor O’Brien von den Villagers ist bekannt dafür, seine düsteren Geschichten in träumerische Melodien zu hüllen. Am Montag lud er die Besucher des Zürcher Mascottes auf eine Reise in sein Awayland ein.

Villagers im Mascotte (zVg)

Villagers im Mascotte (zVg)

 

ds. Der Zürcher Club Mascotte war bereits gut gefüllt, als ein junger Herr alleine mit seiner Gitarre die Bühne betrat. Luke Sital-Singh sah mit seinem leicht zerzaustem Haar, rotem Karohemd und trendy Hornbrille ziemlich genau so aus, wie man sich einen hippen Folkie aus London vorstellt. Er ist das erste Mal auf dem europäischen Festland auf Tour und stellte uns die Lieder seiner ersten EP Fail For You vor. Es sind gefühlvoll vorgetragene Lieder, die das Publikum grösstenteils dazu brachten ihre Gespräche zu unterbrechen und ihm Aufmerksamkeit zu schenken. Das Publikum übrigens war bunt durchmischt – von coolen und uncoolen Jugendlichen bis hin zu Ehepaaren im mittleren Alter war alles vertreten.

Wer erst nach Lukes Auftritt im Mascotte eintraf, suchte sich besser noch einen guten Platz am Rand oder auf dem Balkon, denn von der Bühne bis hinten zur Bar standen die Leute schon dicht gedrängt und warteten auf die Band des Abends. Pünktlich, und mit anderen Konzerten verglichen recht früh, betraten Villagers um 20:30 Uhr die Bühne. Auffällig stellte Frontmann Conor O’Brien einen warmen Tee auf die Snare Drum die neben seinem Mikrofon aufgestellt war. Oh nein, er wird doch hoffentlich nicht krank sein? Die Band begann ihr Konzert mit Grateful Song, einem Lied vom aktuellen Album {Awayland} und meine Befürchtungen schienen sich sofort zu bestätigen: In den teilweise gesprochenen Texten blieb ihm gleich zwei Mal die Stimme weg. Interessanterweise schien er, meines Erachtens, überhaupt keine Probleme beim Singen zu haben, besonders die sehr hoch gesungenen Stellen sassen den ganzen Auftritt über perfekt. Obwohl er klar erkältet war und auch oftmals hustete und schniefte, thematisierte er dies mit keinem einzigen Wort und sang sich von Song zu Song.

Das Set der Villagers lässt sich grob in vier Teile einteilen. Im ersten Viertel gab es zwischen Band und Zuschauern langsames Antasten. Alles noch etwas verhalten mit definitivem Steigerungspotential. Ab The Bell wurde das Volk vor der Bühne zusehends in den Bann gezogen. Es wurden Lieder gespielt, welche langsam und ruhig anfingen und dann im richtigen Moment ihre Energie entluden und schliesslich mit Becoming A Jackal einen ersten Höhepunkt verzeichnen konnte. Die direkt darauf folgenden Lieder The Waves und Ship Of Promises entführten den Zuhörer dann auf einen tanzbaren Trip ins Awayland. Mit einem äusserst fesselnden Encore lud die Band danach zum träumen ein. Das von Conor alleine vorgetragene That Day, hinüber zu In A Newfound Land You Are Free welches nur vom Keyboarder begleitet wurde, bis hin zum wunderschönen My Lighthouse. Zu dem Zeitpunkt war es im ganzen Mascotte so still und leise, man hätte eine Stecknadel fallen hören können. Die Zuschauer hingen förmlich an Conors musikalischen Geschichten und liessen sich mit On A Sunlit Stage als letzen gespielten Song wieder ins Mascotte und in ihr eigenes Leben zurücktragen.