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Die Absage an die Konzertfotografen war nur ein Wermutstropfen auf dem heissen Stein, den Glenn Danzig und seine Mitstreiter befeuerten. Heiss wurde es im Komplex 457 und ein schweisstreibendes, wenn auch kurzes Spektakel!

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Danzig auf der Bühne (Leserbild)

jt. Schon früh versammelte sich das Publikum vor den Toren an der Hohlstrasse 457. Meist Männer. Meist gross, grimmig und schwarz gewandet. Neben unzähligen Danzig- und Misfits-Shirts prangten Schriftzüge von weiteren Hard- und Heavy-Bands der Achtziger und Neunziger. An diesem Abend würde das Gas so richtig durchgetreten werden. Die Aufwärmübung mit DJ konnte man sich allerdings ersparen.

Das Komplex präsentierte sich in der kleinsten Ausführung. Zunächst sah es so aus, als würde es eng werden, doch das Publikum verteilte sich angenehm auf den Raum. Und spätestens als die Band Danzig ihre Show einleiteten, waren alle Bedenken über Bord geworfen und es wurde hemmungslos gerockt.
Noch nie habe ich ein Konzert miterlebt, an dem so rigoros gegen Fotos vorgegangen wurde. Kaum flackerte irgendwo ein Handydisplay auf, wurde die betreffende Person gleich, von ernsten Blicken begleitet, von der Taschenlampe der Security beleuchtet. Glenn Danzig, was für eine Diva! Ein Versuch, die guten alten und Handy-freien Zeiten aufleben zu lassen? Nun, die Stimmung gab dem untersetzen Muskelpaket Recht. Die Band heizte der Menge unentwegt ein und legte einen fulminanten, schnellen Start aufs Parkett. Ausgelassenheit ab der ersten Note!
Als dann ein etwas ruhigerer Song angestimmt wurde, meinte Herr Danzig bloss, man könne jetzt sich «another fucking drink» besorgen und sich etwas ausruhen. Danach gingen sie wieder in die Vollen. Martialisches Gehabe bestätigenten Glenn Danzigs Image als kleiner Macho der Metal-Szene.

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Die Meute nach dem Konzert (Leserbild)

Danzig in Ehren, doch die Attraktion des Abends war ohne Zweifel Doyle Wolfgang von Frankenstein. Stampfend und auf seine Gitarre schlagend, trat der Gitarrist der Misfits auf die Bühne. Mit seinen 1.91 Metern und den Muskelbergen, marschierte hier im giftgrünen Licht der Hulk auf die Bühne. Es gab kein Halten mehr, denn nun war Horrorpunk angesagt. Doyle tigerte unruhig auf und ab, blieb aber stoisch und distanziert. Gehört alles zur wilden Show. Unaufhaltsam spielten sich die Musiker dem Höhepunkt entgegen und auf Last Caress folgte Mother.

Das gespielte Set war kurz, aber intensiv. Ein herausragendes Konzert, was vor allem am Umstand lag, dass hier nicht ein Mythos, ein paar alte Säcke mit ihren Instrumenten zelebriert wurden. Danzig können noch lange mit ihrer unbändigen Energie den Jungspunden das Wasser reichen.

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Ein Leserbild von Moni Ganzi