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Die Basler Singer/Songwriterin Miriam Crespo hat endlich ihre erste EP veröffentlicht. Mit «This is not a demo… …this is an EP» will sie die Wartezeit bis zum Debutalbum überbrücken. Ob ihr das gelungen ist?

Miriam Crespo – This is not a demo… …this is an EP

Miriam Crespo – This is not a demo… …this is an EP

 

sax. Die EP This is not a demo… soll die Wartezeit bis zum Debutalbum, das für den Herbst dieses Jahres angekündigt ist, etwas überbrücken. Auf dem Silberling sind fünf starke Countrysongs voller Emotionen zu finden.

Panamericana eröffnet die CD mit einer Reise quer durch die Amerikas, die jedoch sinnbildlich für eine Reise durch das Leben respektive die Beziehung einer jungen Frau steht. Mehr noch als die gelungene Instrumentierung des Songs zeichnet er sich durch die starke Bildsprache der Lyrics aus. Er setzt damit auch gleich den Grundton für die gesamte EP: Eingängige Melodien mit interessanten Arrangements und intelligenten Texten.

«but the end of the world
ain’t far enough to erase all the colors
you stole like a thief from the rainbow
still shining bright»

Mit Something Beautiful to Dream folgt eine der schönsten Liebeserklärungen in Songform. Die Interpretationsmöglichkeiten dieses Liedes sind vielfältig, doch im Zentrum steht klar das Vergeben allfällig empfundener Fehler und Versäumnisse aus tiefster Liebe bis über den Tod hinaus.

«when I go to sleep forever I need
something beautiful to dream»

Ein eher heikles Thema greift Hold On Tight auf: Der Verlust einer geliebten Person und die gemeinsame letzte Zeit mit ihr. Wer schon mal jemanden an eine heimtückische Krankheit verloren hat, wird sich in diesem Song voller Pathos sofort wiederfinden. Auf Keyboard und Gitarre reduziert, unterstreicht die Musik die warme Stimme von Miriam und verleit dem Track die notwürdige Glaubwürdigkeit.

Thierry’s Song lockert die EP mit einem eher fröhlichen Stück gelungen auf. Auch wenn hier eine melancholische Note mitschwingt, so ist es doch der emotional positivste Song der EP und eine willkommene Abwechslung zu den sonst eher traurigen Liedern.

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss und das ist auch auf dieser Scheibe nicht anders. Mit Perfect(ly Gone) liefert Miriam Crespo einen Song, der in meinen Augen (und Ohren) das Zeug zum Song des Jahres hat. Die Lyrics stehen mit ihrer Melancholie und emotionaler Tiefe im Kontrapunkt zu den teilweise fast karibisch fröhlich anmutenden Melodien und auch die Wahl der Instrumente sorgt für die nötige Ernsthaftigkeit. Einer der Songs, die es schaffen, einem gleichzeitig Tränen in die Augen zu treiben und ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Einfach nur ganz grosses Kino.

«it was perfect
our minds for telepathy
all perfect(ly gone)»

Neben den schönen Melodien und wirklich gelungen akustischen Arrangements muss aber vor allem eines hervorgehoben werden: Miriam Crespo besitzt eine traumhaft klare und unglaublich warme Stimme mit genau der richtigen Mischung Melancholie um diese Art von Musik perfekt rüber zu bringen. Kombiniert mit ihrem exzellenten Songwriting resultieren daraus Songs, die zum Träumen und in Erinnerungen Schwelgen einladen. Mit unter etwas vom stärksten, das ich in der letzten Zeit hören durfte.

In einem Punkt versagt die EP allerdings. Sie verkürzt die Zeit bis zum Album nicht, im Gegenteil. Wenn man sie gehört hat, will man das Album erst recht haben.

Release
März 2013

Label
Eigenvertrieb/-produktion

Tracks
01. Panamericana
02. Something Beautiful to Dream
03. Hold On Tight
04. Thierry’s Song
05. Perfect(ly Gone)