Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Immer häufiger sieht man Eltern mit Kleinkindern, ja sogar Säuglingen an Festivals. Teils werden die kleinen Ohren geschützt, teils stellt man die Kinder ohne Präventivmassnahmen direkt in die erste Reihe. Das ist Ermessenssache der Eltern werden die einen sagen, andere ziehen die Veranstalter in die Verantwortung. Während in der Schweiz für einzelne Konzerte – etwa von Agonoize – ein klares Mindestalter von 16 Jahren vorgeschrieben ist, dürfen zu Festivals wie dem Amphi in Köln, auf dem Agonoize ebenfalls spielten, Kinder jeden Alters mitgenommen werden. Dies galt noch für dieses Jahr, denn damit ist nun Schluss. Am 31. Juli 2013 ging seitens des Amphi eine Meldung über Facebook, die ein Mindestalter von 6 Jahren vorgibt. Ein Schritt in die richtige Richtung in meinen Augen, obwohl auch diese Latte zu tief angesetzt ist.

Nun ist es natürlich so, dass mit dem Älterwerden der Szene auch Kinder dazu kommen. Niedlich sehen sie aus mit ihren Monster-Schnullern oder den Shirts auf denen Sprüche wie «klein aber böse» oder «Gothicgöre» stehen. Nur muss man sich fragen: Haben Kinder an solchen Events etwas verloren oder ist es purer Egoismus der Eltern? Wer sich ein Ticket inklusive Anfahrt leisten kann, der dürfte sich auch um einen Babysitter kümmern können.

Für die meisten sind diese Festival-Tage eine Auszeit. Ein zeitlich begrenzter Ausstieg aus dem Alltag, an dem man weder Vorbild, noch zugeknöpft sein möchte. Erotikmagazine sind in der Regel ab 18 Jahren freigegeben. Was man an diesen Veranstaltungen zu sehen bekommt, geht ganz klar in diese Richtung – und das bewusst und gewollt. Also sollten die kleinen Gäste davor geschützt werden, was gemein als Jugendschutz bezeichnet wird. Somit müsste auch hier ein Mindestalter von mindestens 16 Jahren angesetzt werden.
Gerade das Amphi ist eine Erwachsenen-Veranstaltung, an der in Form von inszeniertem Suizid Kunstblut fliesst, angedeutete Suizid-Videos auf der Bühne gezeigt werden – da haben Kinder schlicht und ergreifend nichts verloren! Es gibt in allen Ländern genug Festivals die Kinder(wagen) freundlich- und geeignet sind.

Wird die Mündigkeit des Erwachsenen infrage gestellt mit solchen Verboten? Nein! Wer selber nicht schlau genug ist, seine Kiddies bei 35 Grad und mehreren Tausend Menschen in Obhut zu geben, dem wird eben geholfen.
Die kritischen Stimmen kommen sogleich: Es geht nicht um den Schutz von Kindern, sondern darum, dass niemand beim Partymachen von Kindern gestört werden möchte. Somit sei die ‹Sorge› um die Kleinen Heuchelei und purer Eigennutz. Was ist so verkehrt daran, dass erwachsene Menschen, die das ganze Jahr auf so einen Event sparen, sich rausputzen um in eine andere Welt einzutauchen, ihre Ruhe haben wollen? Auf Spielplätzen ist der Konsum von Alkohol und anderen Genussmitteln verboten. Also sollte dem mündigen Erwachsenen auch ein Raum geboten werden, an dem man ohne verstörte Kinderaugen 2 bis 3 Tage im Jahr feiern kann.
Berichte über die Verwahrung von Pädophilen Menschen werden bejubelt, selber schleppt man seinen Nachwuchs in Strapsen, Push-Ups und geschminkt an Veranstaltungen. What the fuck?! Hier läuft doch etwas schief, oder?

Rückblick aufs Amphi Festival 2013