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Da steht er auf der Bühne des Zürcher Volkshauses: Michael Patrick Kelly. Kurze Haare. Schwarzes T-Shirt. Gewöhnliche Hose. Kaum vorstellbar, dass der frühere Kopf der Kelly Family vor 20 Jahren ein Superstar war. Und doch scheint davon einiges hängen geblieben – Gutes wie Schlechtes.

Vorne weg: Michael Patrick Kelly ist keine Diva. Er wirkt keinen Falls abgehoben – ganz im Gegenteil. Er ist der perfekte Entertainer, der sich stets um sein Publikum bemüht. Er singt I schänke dr mis Härz von Züri West und macht Selfies mit den Fans, er witzelt über die Schweiz und lässt sich auf ein Bier einladen. Er macht eine ungewöhnliche, gemeinsame Schweigeminute und singt deutsche Songs von «Sing mein Song»-Kollege Mark Forster. Ja, der Paddy von damals ist auch heute noch ein äusserst sympathischer Typ, der singen und musizieren kann. Einer, der seine Musik lebt und liebt, der über die Bühne fegt und Gänsehaut-Momente hervorzaubert.

Und doch bleibt an diesem Abend ein fader Beigeschmack. Ein Interview wurde vom Management abgewiesen, die Pressefotografen haben schlechte Sicht auf den Künstler und die Plätze für Journalisten sind ganz hinten mit versperrter Sicht. Auch freies Bewegen ist an diesem Abend für das Publikum nicht wirklich möglich: Der Saal des Volkshauses ist bestuhlt.

Sicherheitsmassnahmen? Womöglich. Hatte der Musiker in seinen jungen Jahren doch einiges mit Presse und Fans erleben müssen. Anders ist zumindest die Bestuhlung kaum zu erklären. Denn bei Michael Patrick Kelly bleibt an diesem Abend keiner sitzen. Auch nach 20 Jahren weiss der Musiker irischer Abstammung, wie man die Hüfte zum Schwingen und das Publikum zum Schwitzen bringt. Dazu braucht er längst keine langen Haare und keine ausgefallenen Klamotten mehr.