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Das Sextett aus Bournemouth England war eine der Entdeckungen am diesjährigen Wacken Open Air, wo sie den vierten Platz im internationalen Metal Battle belegten. Einen Monat später kam ihr Debütalbum «The Human Encryption» auf den Markt.

Artikel 2015-11-21 Metaprism_The-Human-Encryption Artikelbild

Schon das Intro Decryption zeigt, dass Metaprism experimentierfreudig sind. Passend zum Songtitel klingt das Instrumentalstück, als würde gerade der Versuch einer Entschlüsselung einer enkodierten Melodie aus den Boxen tönen. Hört sich abstrakt an, klingt auch so, ist aber spannend genug, um immer wieder angehört zu werden. Gelungener Start ins Album.

Soulfire knüpft nahtlos an, und wenn Theresa Smith’s Gesang beginnt, fragt man sich, ob man es hier mit der nächsten Female Fronted Metal Band zu tun hat. Doch nach den ersten zwei Zeilen bellt Jut Tabor wütende Growls ins Mikrofon und es wird klar, dass man es hier nicht mit einer Band im Stil von Within Temptation oder Sirenia zu tun hat, sondern eher eine vom Schlage Lacuna Coil. Das Wechselspiel von Theresas Klargesang und Juts Growls zieht sich dann auch durch das gesamte Album durch und sorgt dafür, dass jeder einzelne Song von Anfang bis Ende spannend bleibt.

Melodic Progressive Metal – was das heissen soll, weiss man erst, wenn man sich das Album von Metaprism angehört hat. Die Truppe vermengt die Stile von Heavy über Thrash bis Death, macht dabei Female Fronted Fans glücklich und schafft sich einen eigenen Stil. Sich hier zu sehr über die einzelnen Songs auszulassen, würde das Hörvergnügen schmälern. Wer sich für modernen Metal interessiert, sollte sich The Human Encryption unbedingt anhören. Das Album hat Luft nach oben, aber das Potential ist zweifelsfrei da und die Vorfreude auf die nächste Scheibe ist gross.

Alleine Jut’s Bellen seiner Vocals, seine rohe Gewalt, machen das Album hörenswert. Und für Bassliebhaber sind die ausgeprägten Bass-Spuren ein Leckerbissen erster Güte.

Die Band hat die UK Ausscheidung des Metal Battle verdient gewonnen und ihre Show am Wacken Open Air, insbesondere Juts Improvisationen im Wrestling-Ring zwischen den beiden Bühnen im Bullhead Circus während Theresas Einlagen, haben gezeigt, dass die Truppe live einiges zu bieten hat. Von ihr darf man noch einiges erwarten.

Eine der interessantesten Entdeckungen 2015 und ein Fans von progressivem Metal. Ich kann echt keinen Anspieltipp geben, jeder einzelne Track ist hörenswert. Geile Kiste, kann’s nicht erwarten, sie wieder live zu sehen.

Release:
1. September 2015

Label:
self published

Tracklist:
01 – Decryption
02 – Soulfire
03 – Erase Mortality
04 – Resistance
05 – Reload
06 – Needles of Light and Shame
07 – Nebula
08 – Pulse
09 – Here I Stand
10 – Only the Last
11 – Deceive the Afterlife
12 – Arcadia