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Metal und Yoga – Hell fucking Om!

Metal und Yoga – passt besser zusammen, als man denkt! Und wie genau die Sportkombi für schwarze Seelen in Zürich so aussieht, berichtet uns Suzy Krauer in einem Interview.

Nachdem ich am 1. Dezember 2017 nun schon zum dritten Mal inmitten sich dehnenden und verbiegenden MetallerInnen mitgeschwitzt und meine «Horns» in die Luft gestreckt habe, hat mir Suzy Krauer noch etwas mehr über ihr andersartiges Yoga-Angebot erzählt.

 

Suzy Krauer. Bild: zvg.

 

Liebe Suzy, was war zuerst: Metal oder Yoga?

Metal – definitiv! Ich habe bereits mit als 12-Jährige meine erste Metallica-CD … And Justice for All rauf und runter gehört. Da war für mich klar – Metal gehört zu meinem Leben.

Und wie bist du zum Yoga gekommen?

«Ich möchte Yoga weitergeben.»

Mitte der 90er-Jahre hatte ich einen Unfall. Dabei habe ich mir zwei Wirbel gebrochen. Nach langem Hin und Her hatte ich endlich was gefunden, das mir half: Yoga! Und ab da war ich angefixt. Seit ungefähr zehn Jahren unterrichte ich selbst, denn ich möchte gerne weitergeben, was mir damals geholfen hatte.

Metal und Yoga – wie kommt man auf solch eine Kombinationsidee?

Nun ja, Metal-Yoga gibt es schon länger – natürlich in den USA. Kollegen aus der Metal-Szene hatten davon Wind bekommen und meinten zu mir: «Mach das doch au. Dänn chämti au emal!» Ich habe allerdings zunächst mit mir gehadert… Wie bringe ich das unter einen Hut? Würden dann tatsächlich Leute kommen? Dann aber horchte ich mich hinein und mir wurde einer meiner Grundsätze wieder bewusst: Ich will inspirieren! Ich habe ja Yoga erlernt, um anderen Leuten Yoga näher zu bringen. Und wenn Metal dazu beitragen kann, dann ja!

«Metal ist wie Religion.»

Wie auch Yoga ist Metal ein Lebensgefühl. Nicht einfach nur Musik. Metal hat etwas Spirituelles. Einige können nichts machen ohne «ihre» Musik und fühlen sich erst richtig wohl, wenn harte Klänge mitmischen. Mit Metal-Yoga kann ich beide meiner Leidenschaften perfekt miteinander verbinden. Und offenbar geht das Konzept auch für einige andere auf. Tja, Musik verbindet eben auf verschiedensten Ebenen. 

Metal Yoga. Bild: zvg.

Worin unterscheidet sich Metal-Yoga vom «normalen» Yoga?

Natürlich erstmal offensichtlich durch die Musik. Ich bringe immer einen Verstärker mit und bereite für jede Session eine eigene Playlist vor. Wie beispielsweise bei der Memorial-Session für Martin Stricker. Das ist zwar zeitaufwändig, macht jedoch enorm viel Spass!

«Horns up!»

Aber im Grunde ist Metal-Yoga einfach klassisches Hatha Yoga – metallisiert. Will heissen, dass wir während der Session die bekannten Yogaposen wie den Krieger, den Nach unten schauenden Hund, den Baum oder die Kobra einnehmen, dazu aber headbangen, Luftgitarre spielen oder die Metalhorns in die Luft strecken. Insgesamt ist Metal Yoga aber auch – vor allem durch die Präsenz der Musik – etwas lauter, sodass wir hin und wieder auch die Zunge rausstrecken, growlen und screamen können.

«Metal-Yoga ist metallisiertes Hatha Yoga.»

Metal-Yoga ist für mich anstrengender als meine üblichen Yogastunden. Einerseits geht es extrem auf die Stimme, andererseits mache ich die Übungen auch viel intensiver mit. Während meiner übrigen Lektionen konzentriere ich vielmehr auf Massagen und Korrekturen der Teilnehmer. Metal-Yoga ist nicht nur musikalisch sondern auch vom Unterrichten her eine willkommene Abwechslung.

Eckst du bei deinen Yoga-Kollegen mit deinem fremdartigen Projekt an?

Ja! Aber wenn man es erklärt, dann ist es in Ordnung. Man kennt sich in der Schweizer Yoga-Szene ebenso wie in der Metal-Szene und da wissen die Leute, wie VaniDevi tickt. Ich versuche allerdings zwischen meinem Yogini-Ich VaniDevi und meinem «normalen» Ich Suzy Krauer zu unterscheiden. Und so findet Metal-Yoga eben bei Suzy und nicht bei VaniDevi statt.

Suzy Krauer. Bild: zvg.

Was ist dein nächstes Ziel mit Metal-Yoga?

Ich habe ja natürlich noch andere Yoga-Projekte wie Bhakti Yoga oder Tribal Flow am Start. Ich würde mir allerdings wünschen, dass sich Metal-Yoga zu einem festen Bestandteil meines Yogaangebots mausert. Im Moment findet es jetzt ja zweimal im Monat statt. Einmal im Suburb Yoga Studio in Oerlikon und einmal in der Hall of Fame in Wetzikon. Das ist gut so. Ich denke, einmal pro Woche wäre zu viel – das wär ja eine regelrechte Overdoze!

Mein neustes «Baby» ist ja noch ganz frisch; ich biete es erst seit Juni 2017 an. Es ist also noch in der Aufbauphase. Cool wäre aber, wenn noch eine weitere Stadt dazu käme, sodass sich mein Programm etwas weiter verbreitet. Vielleicht sogar ins nähere Ausland. Aber auf jeden Fall ist die Nachfrage da! 

Noch ein letztes Wort?

Yoga heisst Rückverbindung. Und das sehe ich hier mal wieder bestätigt. Alles kommt zurück und alles hängt miteinander zusammen. Auch auf den ersten Blick so weit voneinander entfernte Themen wie Yoga und Metal. Also, Jungs und Mädels, jeder kann mitmachen. Hell fucking Om!

 

MY Daten 2018 im Suburb Yoga Studio:

9.2. / 9.3. / 13.4. / 11.5. / 19.6. 

Weitere Infos auf Nachfrage bei Suzy Krauer.