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Wie ich diese Tage liebe, an denen meine Gefühle meiner Ideologie einen Strich unter die Rechnung ziehen. Supertolerant und absolut frei von Besitz?! Denkste…

«Hey Schatzi, ich geh am Freitag mit Sandra ins Kino. Du bist ja dann nicht hier. Ist das ok für dich?» – Nett, dass du fragst. Doch sag, wie kommt denn das? So hätten wohl die meisten nachgehackt. Gute Freunde zuvor, waren sie ja nicht. Doch ich meinte knapp: Was fragst du da mich? Trocken, bestimmt, tolerant, eben ganz ich.

Die Frage der meisten, habe ich mir nur im Stillen gedacht. Schon ein wenig komisch, fand ich. Doch bitte was? Sie verstehen sich, find ich toll, find ich super! Ist doch alles nur eine Frage von Haben oder Sein. Und zu den Kapitalisten, den Zelebrierenden des Habens, zu diesen Menschen gehöre ich bestimmt nicht! Doch ist es nicht genau das? Meine Freunde, mein Schatzi, «mein, mein, mein», Mein mit Mein ohne mich?

Nein, aber ich besitze doch nicht. Mein, sag ich mir… Supertolerant und absolut frei von Besitz! Eben nicht so wie die meisten. Und nein, ich urteile nicht, dass die meisten eben nicht so sind wie ich! Ich gehöre nicht zu denen, die samstags getrieben vom Drang nach Besitz die Strassen der Innenstadt wie die Haare meinen Abfluss verstopfen. Nein, zu denen gehöre ich ganz bestimmt nicht!

Fakt. Fakt. Fakt: Meine ausgesprochen vage Abgrenzung gegenüber der Meisten stützt nicht mal meine eigene Überzeugung! Bin wohl doch nicht so ganz Sein, wie ich gern hätte. Scheissgefühl – Wie ich diese Tage liebe, an denen meine Gefühle meiner Ideologie einen Strich unter die Rechnung ziehen.