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Es ist mal wieder so weit. Alle paar Jahre verträgt der Kinogänger eine Portion «Junge trifft auf Schwiegereltern in Spe»-Komödie. In «Why Him?» muss James Franco das Herz des mürrischen Bryan Cranston erweichen, damit er seine Tochter ehelichen kann.

Filmisch umgesetzte «Junge trifft auf Mädchen-Storys» gibt’s wie Sand am Meer. Doch was passiert danach? Die Beziehung ist etabliert: Der Junge lernt die Eltern des Mädchens kennen und muss diese für sich gewinnen.

Bild: 20th Century Fox

Auch Filme, die dieses Kapitel behandeln, gibt es so einige. Guess Who oder in getauschten Geschlechterrollen Monster-in-Law zum Beispiel oder der Klassiker schlecht hin: Meet The Parents. Bezeichnet man diese Komödie als die Mutter dieses Genres, so ist Why Him? von Regisseur John Hamburg in etwa der aufgedrehte, pubertierende Sohn.

Freund vs. Daddy

Die Story ist simpel: Nachdem Laird (James Franco) mit nacktem Hintern in den Videochat seiner Freundin Stephanie (Zoey Deutch) und ihrer Familie stolpert, wird es höchste Zeit, dass diese zwei Fronten aufeinander treffen. Für Laird gibt es keine Fronten. Er ist sich sicher, dass Stephanie die Eine ist und will deshalb bei ihrem Vater Ned (Bryan Cranston) um ihre Hand anhalten.

Während der volltätowierte Silicon-Valley-Millionär Laird – trotz Flucherei und peinlichen Missgeschicken – rasch das Herz von Mutter und Bruder für sich gewinnen kann, beisst er beim Vater auf Granit. Ned kann nicht verstehen, was seine Tochter an Laird Liebenswertes findet.

Die Komödie versucht von Lairds direkten Art und seinem losen Mundwerk zu leben, was genau die ersten fünf Minuten lang lustig ist. Nachher wird es rasch mühsam und ein Gefühl von Fremdscham macht sich breit.

Modern vs. traditionell

Die Witze zur kalifornischen Tech-Kultur mit dem papierlosen Haushalt, den Tieren, die im Garten spazieren dürfen bis sie verzehrt werden, und die protzige Einrichtung sind zwar sehr vorhersehbar (der Elch im eigenen Urin zum Beispiel), aber irgendwie dann doch das, was dem Film seinen speziellen Stempel aufdrücken. Alles ist übertrieben modern.

Im Gegensatz dazu macht es Ned menschlicher, wenn er an seine in finanziellen Nöten geratene Druckerei festhalten und seine Tochter behüten will.

Bild: 20th Century Fox

Bryan Cranston verkörpert das Familienoberhaupt, der seine Flügel schützend um sein Küken schlagen will, gekonnt. Nicht selten erinnert er an seine Rolle als Hal in Malcom in the Middle. Auch James Franco geht voll auf in seiner Rolle als überdrehter, liebherziger Laird, der oftmals übers Ziel hinausschiesst.

Zu viel vs. zu wenig

Die Figur Laird ist fast schon ein wenig sinnbildlich für den ganzen Film. Er ist lieb gemeint und tut auch niemandem weh, aber die Witze sind einfach nicht gut genug, dass sie in so einer hohen Dichte aufpoppen sollten.

Das Ende zu übertrieben kitschig, als dann natürlich auch noch KISS aufkreuzen und mit der ganzen Familie ein Weihnachtsständchen trällern müssen. Irgendwie wäre hier überall etwas weniger mehr gewesen.