Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Full House auch wenn’s nicht ausverkauft war: Die exklusive Clubshow von Mark Forster auf seiner «Tape Tour 2016» im X-Tra Zürich schien niemand verpassen zu wollen.

Mit seinen Hits wie Au Revoir, Bauch und Kopf erschien Mark Forster bei vielen erstmals auf dem Radar. Einige werden ihn auch als Coach und Jury-Mitglied aus zwei Staffeln von «The Voice Kids» für sich entdeckt haben, aber spätestens seit dem diesjährigen deutschen EM-Song Wir sind gross fragt wohl niemand mehr «Das ist dieser deutsche Regisseur, oder?».

Oftmals habe ich an Konzerten den Eindruck, die Leute lassen den Support-Act aus und die Halle füllt sich erst auf den Zeitpunkt hin, wenn der eigentliche Star des Abends auf die Bühne gehen wird. Gestern Abend schien das eher die Ausnahme zu sein, an «Ich geh mal gemütlich an der Seite an die Bühne vor» war nicht zu denken: Amanda, Forsters Tour-Support, heizte dem fast vollen Saal schon mal kräftig ein.

Konzerte aus Sicht eines Fotografen

Als Fotograf wird man in etwas grösseren Locations oftmals durch Seiteneingänge zur Bühne geführt, damit man sich mit der ganzen Ausrüstung nicht durch die Menge bis nach vorne kämpfen muss. Auch im X-tra gelangt man bis zu einem gewissen Punkt sehr bequem bis ganz nach vorne und läuft dabei vor dem Konzert auch schon mal dem einen oder anderen Künstler über den Weg. So wurde ich Zeuge deutscher Gründlichkeit: Als Amanda ihren letzten Song ankündigte, hörte man aus dem Backstagebereich, wie mit Aufwärmübungen für die Stimmbänder begonnen wurde.

Auch vom sportlichen Umbau können sich andere Künstler vermutlich eine Scheibe abschneiden. Innerhalb von 15 Minuten war alles bereit für Mark Forsters Auftritt und ich hab’s grade noch geschafft, in den Bühnengraben zu gelangen, bevor das Absperrgitter nach erfolgtem Umbau wieder montiert wurde und ich nur einmal über dasselbige klettern musste.

An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an die Fans in der ersten Reihe, die jedes einzelne Mal sofort Platz machen, damit man da wieder rausklettern kann.

Mark Forster. Bild: Michelle Brügger

Dann ist es soweit: Mark Forster betritt die Bühne und begrüsst Zürich mit einem breiten Strahlen, erzählt von seinem letzten Gig im kleineren Kaufleuten und dass dies nochmal eine ganz andere Nummer sei hier. Man glaubt ihm, dass ihn der Blick ins Publikum tatsächlich begeistert. Energiegeladen wirbelt er über die Bühne, von einem Ende zum anderen, und ich würde es ihm am liebsten gleichtun.

Seine Band bildet einen Halbkreis um ihn herum – rechts drei Jungs mit Tuba, Trompeten, Saxophon und Posaunen, daneben Keyboarder/Bassist, mittig der Drummer, links Gitarrist und Keyboarder und alle scheinen den Moment zu geniessen, nur merklich ruhiger als ihr Frontmann. Der Lichttechniker gibt Vollgas und ich strahle fast noch mehr als die Spots.

Nach drei Songs muss ich leider wieder von meiner Pole Position zurück in die Menge und geniesse den Rest des Konzerts in den hintersten Reihen. Wer jetzt denkt, ein Konzert ganz hinten ist nicht dasselbe wie in der ersten Reihe, hat natürlich recht. Aber selbst zuhinterst war die Soundqualität erste Sahne, die Lichteffekte auf dem Punkt und passend zu den Songs eingesetzt. Deshalb tat das der Stimmung keinen Abbruch.

Ich weiss nicht, ob alle im Publikum mitbekommen haben, dass Mark Forster etwas in Richtung «Wenn ihr fotografieren wollt, dann wäre das jetzt der richtige Moment dafür» sagte und damit den Abschuss der Silberstreifenkanone ankündigte. Den Moment genoss ich natürlich mit grossen Augen und gleichzeitig hätte ich in dem Moment gewünscht, meine Kamera im Einsatz gehabt zu haben.

Verzeihst du mir, Natalie?

Scheinbar war auch seine Schwester unter den Anwesenden, die – wie wir jetzt von ihm wissen – in Zürich lebt. Natürlich hat er die Zuhörer um Extra-Applaus gebeten, als er den Song Natalie spielte, den er für sie geschrieben hat.

Ein weiteres Highlight war, als Forster auf einmal mit seinem Gitarristen von einen Seiteneingang her in der Mitte des Saals zum Mischpult ging und ein paar Songs zum Besten gab. Der Einfachheit halber wählten sie den direkten Weg durch die Menge, um zurück zur Bühne zu gelangen.

Forster liess bei bekannteren Liedern immer mal wieder die Zuhörer singen und brachte sie sogar alle dazu, sich bei einem Song für ihn hinzusetzen. Nach anderthalb Stunden verabschiedet er sich von uns mit dem passenden Song Au Revoir und ich bin sicherlich nicht die einzige, die ihn gerne beim Wort nimmt.