Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Imagine Dragons sind ein bisschen kleiner als MGMT und Mumford and Sons, aber eindeutig gross genug, um die Maag Halle zu füllen mit imponierender Power.

Imagine-Dragons_001

(Foto: zvg)

fbo. Nachdem Family Of The Year sich als wohl beste, vielleicht sogar etwas zu gute Vorband bewiesen und es geschafft hatte, dass man sich nach Hero (2013) fragte, wer nun schon wieder der Hauptact sei, dauerte es nicht lange, bis die nächste Band, deren Hauptpublikum die meisten mit dem ambivalenten Ausdruck «Hipster» bezeichnen würden, sich auf der Bühne positioniert hatten. Der Einstieg gelang Imagine Dragons, der Funke sprang über, zumindest bis in die ersten zwei Drittel der gut besetzten Halle; irgendwo hinter der Technik-Insel in der Mitte verlor sich wohl die Magie.

Nach den ersten paar Songs schienen die Protagonisten bereits ein bisschen ausgepowert; ob die Reaktion zu Beginn des Konzerts – Sänger Dan Reynolds kam erst bei den unbekannteren Songs erstmals zum Singen, den Rest erledigten die Fans – oder die Zuversicht, dass das Konzert so «pretty awesome» werden würde wie das eine Woche zuvor ebenfalls in Zürich; irgendetwas störte die Band in der Struktur ihres Auftritts. Die ganze Show wirkte gut geplant, geübt und gemeint, aber der Einstieg war zu vielversprechend, und spätestens während der zweiten Hälfte des Konzerts langweilte sich der Nicht-Hardcore-Fan regelrecht. Und dem Nicht-Romantiker löschte es wahrscheinlich bei der – durchaus rührenden, aber irgendwie fehlplatzierten – Rede des Sängers ab, die uns an die Freude am Leben etc. etc. erinnern sollte.

Mit den letzten beiden Songs kam der Verdacht auf, die Flaute vor dem grossen Finale sei vielleicht genau so geplant gewesen; On Top Of The World (2013) und Radioactive (2012) hoben sich die Künstler schlauerweise bis zum Ende auf, traurigerweise wahrscheinlich weil viele nur deswegen hier waren. Man muss der Band allerdings zugute halten, dass sie diese Hits nicht besser hätten spielen können. Der Nicht-Hardcore-Fan konnte also befriedigt nach Hause gehen, der Hardcore-Fan sowieso. Im Allgemeinen war weder die Musik noch die Show legendär (Bälle/Ballons/Seifenblasen und allgemein alles runde, was ins Publikum geschmissen wird, sind langsam out…), aber Imagine Dragons sind zweifellos eine solide Band, deren rascher Aufstieg gerechtfertigt und deren positive Grundeinstellung sie wohl noch einige Zeit lang in unserem Gehör herumgeistern lassen wird. Der Spass an der Musik und die Dankbarkeit dem Publikum gegenüber waren auf jeden Fall sympathisch.