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Der Cirque du Soleil war mit seiner Arenashow «OVO» zu Gast im Zürcher Hallenstadion. Wir waren vor und hinter den Kulissen mit dabei.

Die Arenashow OVO des Cirque du Soleil feierte ihre Europapremiere in Zürich im Hallenstadion. Vom 5. bis am 8. Oktober war der Cirque du Soleil in der Limmatstadt. Aber keine Sorge: Wer das Spektakel verpasst hat, hat noch die Chance auf ein Ticket in Genf. Da ist der Cirque du Soleil noch bis am 15. Oktober.

Danach zieht die Arenashow weiter nach Deutschland und durch Europa. Mit über zwanzig vollbeladenen Trucks und über hundert verschiedenen Artisten, Künstlern und Technikern tourt der Cirque du Soleil umher.

Hinter den Kulissen vom Cirque du Soleil

Der Aufbau der Bühne und des Backstage-Bereichs dauert dabei zwischen 12 bis 15 Stunden. Dabei wird die riesige Bühne, die mit einer neun Meter hohen Leinwand im Hintergrund geschmückt ist, und aus über 250 verschiebbaren Platten besteht am Boden ausgelegt und mit einer Konstruktion an der Decke am Ende hochgezogen.

Der Cirque du Soleil legt wert darauf, dass der Backstage auch jedes Mal gleich aussieht, so befindet sich das Übungstrampolin, die Matte, die Seile und die Kostüme immer am gleichen Ort. Durch den ständigen Ortswechsel, sind die Artisten und Künstler froh um ein wenig Beständigkeit in ihrem Alltag.

Die Show selbst handelt von einer Gruppe Insekten, welche zusammenleben und eines Tages von einem geheimnisvollen Fremden mit einem riesigen Ei auf dem Rücken besucht werden. Dieser verliebt sich Hals über Kopf in die etwas korpulente Marienkäferdame, die sich selbst als sehr grazil und federleicht sieht.

Die ganze Show ist sehr humorvoll gestaltet und beinhaltet wahnsinnig viele kleine Details, welche einem zum Lachen bringen. Vor allem bringt einen die Show aber zum Staunen. Ganz nach dem Motto «durch Repetition erreicht man Perfektion».

Der Zürcher Jan Dutler spielt eine der Hauptrollen in der neuen Produktion des Cirque du Soleil. Vor der Premiere nahm er sich Zeit um mit uns über seine Arbeit zu sprechen.

Die Kostüme verwandeln die einzelnen Artisten in die unterschiedlichen Insekten: Von Ameisen über Fliegen zu Grashüpfern und Spinnen, ist alles was kreucht und fleucht in OVO vertreten. Die Kostüme wurden eigens von der Kostümbildnerin Liz Vandal kreiert und werden massgeschneidert auf die einzelnen Künstler angefertigt.

Dabei müssen die Kostüme ästhetisch anspruchsvoll, bewegungsfreundlich und Waschmaschinen-tauglich sein. Die Erstellung eines solchen Kostüms braucht dabei zwischen 40 bis 75 Arbeitsstunden. Zusammen mit der eigens komponierten Musik zaubert der Cirque du Soleil somit eine ganz eigene Insektenwelt auf der Bühne.

Dabei werden die einzelnen Eigenschaften der Insekten geschickt benutzt und eingebunden, so beschaffen die fleissigen Ameisen im Auftakt Futter und jonglieren mit Kiwi und Maisstücken. Der elegante Schmetterling schlüpft aus seinem Kokon und fliegt danach nur an Tüchern festgehalten durch die Manege.

Die Grasshüpfer springen geschickt an den Wänden und am Boden auf Trampolinmatten herum und die Spinne balanciert auf hauchdünnen Seilen. Jeder Akt ist schlau durchdacht und die Übergänge passieren durch die flexible Bühne praktisch fliessend, so dass nichts den Zauber der Vorstellung unterbricht.

Das sah man auch am Publikum. Es gab öfters den Moment, an dem einzelne Personen so gebannt von dem Geschehen der Bühne waren, dass sie ganz vergassen mit dem Klatschen aufzuhören und erst nach ein paar Sekunden bemerkten, dass der tosende Applaus schon längst abgeklungen ist.

Bei so grossen Veranstaltungen, gibt es jedoch leider auch meistens Ausnahmen, welche lieber den halben Abend auf ihr viel zu hell eingestelltes Handy starrten oder noch schlimmer mit Blitz, trotz ausdrücklichem Verbot seitens der Veranstalter, fotografierten. Mir persönlich ist es unbegreiflich, wie man so viel Geld für einen so speziellen Abend ausgeben kann, um ihn dann mehr am Handy als in der Realität zu verbringen.

Zwischen den akrobatischen Akten gab es immer wieder Einlagen der Hauptfiguren, die die Geschichte von OVO darstellten, durch romantische Liebesszenen, lustigen Kampfszenen und mitreissenden Tanzszenen. Wer jedoch erfahren möchte, um was es genau geht, der sollte selbst den Cirque du Soleil besuchen und sich ein Bild davon machen.