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Am 24. November durfte das Salzhaus in Winterthur einen jungen Mann mit aussergewöhnlichem Talent begrüssen. Der Multi-Instrumentalist Patrick Wolf sorgte gemeinsam mit den Musikern, die ihn begleiteten, für einen gelungenen Abend.

Kurz vor 21 Uhr gab die Musikerin, die sich Chinawoman nennt, den Auftakt zum Konzertabend. Begleitet nur von einem Gast-Musiker trug sie mit der ihr eigenen aussergewöhnlichen Stimme ihre Lieder vor. Die grösstenteils ruhigen melodramatischen Indie-Pop-Songs vermochten es jedoch nicht, das Publikum so richtig aufzuwärmen. Nach einer halben Stunde war ihre Vorstellung auch schon fertig – aber vorher forderte sie noch einige Jünglinge im Publikum dazu auf, doch bitte still zu sein und die Zwischenrufe zu unterlassen. Dank ihnen hat Chinawoman nun einen etwas schlechten Eindruck von der Schweiz – sie hat uns mit einem ironischen Lächeln als „the rudest audience in europe“ bezeichnet. In diesem Fall traf es auch zu.

Bereits während der Umbauphase für den Haupt-Act fielen mir die zahlreichen Instrumente auf der Bühne auf. Neben einer Harfe, einem E-Kontrabass und verschiedenen Blasinstrumenten wurden auch noch zahlreiche andere Instrumente aufgestellt, die alle zum Einsatz kamen.

Kurz vor 22 Uhr begann dann auch endlich derjenige zu singen, für den sie alle gekommen waren. Die Stimme von Patrick Wolf war anfangs nur aus dem Hintergrund zu hören, dann kam er, in einen schwarzen Umhang gehüllt, auf die Bühne. Während dem ersten Lied fiel dieser Umhang und enthüllte ein Outfit ganz im Stil von Patrick. Glitzer darf bei ihm nicht fehlen – daher wunderte sich niemand über den glitzernden Ohrstecker oder die weissen Pailletten, die auf das Hemd aufgenäht waren.

Der junge Musiker begeisterte nicht nur mit Liedern wie House, Damaris und The Future , sondern auch mit seiner Art, das Publikum zu unterhalten. Kleine Scherze mit dem Publikum durften nicht fehlen, so zum Beispiel über die Aussprache von Winterthur. Er hielt sich auch nicht zurück, die schon vorher erwähnten Jünglinge, die auch während seinem eigenen Konzert andauernd redeten, mit einem „Fuck off, there’s the door!“ hinaus zu schicken.
Auch musikalisch hatte Patrick einiges zu bieten. Er bewies einmal mehr sein Talent, als er während dem Konzert neben dem Keyboard auch Geige, Harfe, Gitarre und weitere Instrumente spielte. Begleitet wurde er dabei von einigen genialen Musikern, die ihrerseits mehr als ein Instrument zu spielen wussten. Man sah ihnen an, dass sie Spass hatte an der Musik. Patrick scheute sich auch nicht, so nahe an den Bühnenrand zu treten, dass man ihn problemlos hätte berühren können. Er konnte kaum einen Augenblick still halten, sondern tanzte, ging auf und ab, oder schwenkte seine Arme, um den Liedern mehr Ausdruck zu verleihen.

Schliesslich ging jedoch auch dieser Abend zu Ende. Davor aber wurde das Publikum noch mit einer Zugabe beehrt, darunter auch The City. Nach gut eineinhalb Stunden war jedoch auch das Pulver von Patrick Wolf verschossen und die letzten Töne verklangen. Eine gute Lichtshow, gute Musik, und die faszinierende Art und das Talent von Patrick Wolf hatten den Abend unerwartet gut werden lassen. Dieser junge Mann ist eindeutig ein Musiker, den man im Auge behalten sollte, denn aus ihm kann noch Grosses werden!