Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Die Aargauer Gothic Rockkombo Lost Area liefert nur ein Jahr nach «Destroying Something Beautiful» ihr nächstes Album «From The Ashes» nach. Hat die kurze Zeit zwischen den Scheiben trotz ausgiebigen Touren für Neues gereicht?

Lost Area – From The Ashes (zVg)

Lost Area – From The Ashes (zVg)

 

sax. Seit Matteo vDiva Fabbiani als Sänger von Lost Area verpflichtet wurde, ging es Schlag auf Schlag mit den Aargauern. Tourneen mit Lord of the Lost und Letzte Instanz folgten und zumindest in der Schwarzen Schweiz wurde es nie wirklich ruhig um die Jungs. Wann haben sie sich nur die Zeit für ein neues Album genommen?

Eigentlich ist das völlig egal, denn Lost Area liefert mit From The Ashes erneut ein gelungenes Album ab, das nahtlos an Destroying Something Beautiful anknüpft und die Musik in der gleichen Richtung weiterentwickelt. Auf zwölf Tracks liefert das Quartett etwas vom Besten, was die Schweizer Gothic-Szene musikalisch zur Zeit zu bieten hat, ab.

Sauber produziert, auf den Punkt eingespielt und von Matteo’s Stimme getragener Sound gepaart mit seinen melancholischen Lyrics knallen dem Hörer um die Ohren. Die meisten Tracks sind sehr tanzbar, mit einigen eher beschaulichen, allerdings tiefgründigen Balladen.

Das neue Album ist dunkler, melancholischer, als der Vorgänger, liefert jedoch genauso die tanzbaren Tracks und ballert dem Zuhörer neue Songs um die Ohren, die sowohl aus musikalischer als auch lyrischer Sicht wertvoll sind. Die Band spart nicht mit Sozialkritik (If they don’t care) und zelebriert gleichzeitig das Nachtleben (When darkness falls). Die Texte laden allgemein zu einem zweiten, vertieften Hinhören ein, bieten sie doch meistens eine weitere Ebene, die sich beim ersten Hören auf der Tanzfläche nicht erschliesst.

Alles in allem ein sehr stimmiges Album, ohne grössere Überraschungen. Doch dadurch, dass die Scheibe ein konsequenter Nachfolger von Destroying Something Beautiful darstellt, sind Überraschungen auch nicht wirklich nötig. Die Aargauer verfeinern ihren Sound weiter, spielen ihren Stärken aus und versuchen nicht, auf Teufel komm raus neue Ideen rein zu würgen. Sie konzentrieren sich lieber auf ihre Stärken, die ganz klar im Songwriting von Matteo und seiner rauchig-melancholischen Stimme, die ein wenig an Ville Vallo erinnert, und schönen Arrangements der Elektro-Parts liegen.

Es würde mich nicht wundern, den einen oder andern Track von From The Ashes an den nächsten Parties der Schwarzen Szene zu hören. Wem Destroying Something Beautiful gefallen hat, wird From The Ashes lieben, wer hin gegen einen Wandel erwartet hat, wird enttäuscht sein. Lost Area legen hier eine dunklere, verfeinert Machart ihres Vorgängers ab und vermögen damit zu überzeugen. Eines der stärksten «schwarzen» Alben der Schweiz in diesem Jahr. Die nächste Scheibe bietet allerdings hoffentlich mehr neue Elemente, denn nur eine weitere Verfeinerung des Bekannten wird beim nächsten Mal nicht genügen.

 

Release:
6. September 2013

Label:
Thexhomo

Tracklist:
01 – From the ashes
02 – Lost in this world
03 – The spell
04 – If they don’t care
05 – A voice is calling
06 – Promise not to hate me
07 –  When darkness falls
08 – Everyone
09 – Here and now
10 – Change
11 – It’s time
12 – One day