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Das war der «Tag der Livemusik» im Radio Kanal K

Neun Stunden Musik live aus dem Radiostudio von Kanal K: Wir waren am «Tag der Livemusik» dabei. Alles Videos, Fotos und Statements hier.

 

«Musikschaffende sagen Nein zu No Billag» war das Motto des «Tag der Livemusik», der vom nicht-kommerziellen Radio Kanal K initiiert wurde. Auch Kanal K wäre von dieser Initiative betroffen und damit auch eine Plattform für Schweizer Musik, die bei den grossen Radiostationen keine Heimat findet.

Wir waren vor Ort und bieten dir einen Blick hinter die Kulissen dieser grossen Produktion.

18:15 Uhr

So, wir beenden unseren Live-Blog. Geschafft, aber ganz zufrieden. Zum Abschluss haben wir noch das Session-Video von Lovis und ein paar letzte Fotos. Wir danken euch ganz herzlich fürs Mitlesen. Bis bald!

18:01 Uhr

Der Tag der Livemusik 2018 ist Geschichte. Wir sind geschafft. Das letzte kleine Interview von heute dürfen wir mit Lovis führen. Als Solokünstlerin ist sie seit 2015 unterwegs. «Ich mache dieses Projekt voller Freude», erklärt sie mit leuchtenden Augen. Handgemachte Musik ist ihr Ding und damit begeistert sie nicht nur in der Schweiz. Erst kürzlich hatte sie die Möglichkeit an einem Country-Festival aufzutreten.

Ihr gefällt das Pflaster Schweiz für ihre Musik. «Ich habe einen grossen Vorteil als Singer-Songwriterin, denn ich kann in jeder Bar spielen, oder einfach spontan auf der Strasse.» Lovis ist wichtig, dass ihre Texte eine Aussage haben und jeder sie verstehen kann. Aktuell ist sie im Studio und wir dürfen uns gegen Herbst auf ihr Album freuen.

17:47 Uhr

Wir haben gerade kurz mit BAUM gequatscht. Er kritisiert die grossen Radios in der Deutschschweiz:

17:08 Uhr

Die Minuten verstreichen heute wie Sekunden, gerade war es noch 9 Uhr, und schon ist es nach 17 Uhr. Kurz bevor sie gegangen sind, haben wir The Troika an den Tisch gebeten. Zu zweit spielen Pete und Reto seit zehn Jahren den Sound den sie immer machen wollten. «Wir wollen nicht Musik machen mit dem Hintergedanken, dass sie dann gespielt wird. Wichtig ist uns, dass wir mit ganzem Herzen dabei sind.«

Ihr neues Album, welches 2017 erschienen ist, hat viel Zeit in Anspruch genommen, bis es wirklich so war wie es nun ist. The Moon spannt den Bogen über alle Themen, welche die beiden bewegen. «Es sind zwei Themen die im Vordergrund stehen. Nordische Gottheiten und militärische Elemente. Von den historisch angehauchten Fantasyfilmen und der unglücklichen Liebe, auch wenn das nun etwas klischee-mässig klingt.» Verankert sind The Troika seit jeher in der Schwarzen Szene. Menschen, die eine Affinität zu Gothic- und Dark-Wave-Bands haben, sind mit der neuen Scheibe also bestens bedient. 

Bevor wir wieder in unser improvisiertes Redaktionsbüro tigern, nutzen wir auch gleich die Gelegenheit mit dem wartenden Joe Schwach zu sprechen. Eva Wey gesellt sich rasch dazu und wir erfahren, was es mit dem besonderen Touch in ihrem transatlantischen Liedgut auf sich hat. 

Seit zwei Jahren spannen Eva und Joe zusammen. Joe mit Gesang und an der Gitarre, Eva mit ihren Künsten an der Geige. Eva gefällt besonders die filigrane Art der Musik. «Es lässt viel zu. Viel Freiheiten wenn man im Duo unterwegs ist.» Joe macht seit über 30 Jahren Musik. «Folkmusik habe ich erst vor wenigen Jahren für mich entdeckt. Durch die kleine Besetzung kann man viele Stile mischen und es gibt dennoch ein homogenes Erlebnis welches wir damit erzeugen.»

Wir möchten wissen, was es mit diesen Folk-Elementen auf sich hat. Andere Bands wie etwa Eluveitie füllen mit folkigen Einflüssen die Hallen und haben ein sehr grosses Publikum. Was ist es, das in uns etwas anklingen lässt? «Es ist etwas sehr Archaisches, das sich gar nicht so genau definieren lässt», meint Joe. Eva vergleicht es mit Jodeln: «Es ist etwas Melancholisches, das auch in der keltischen Musik sehr stark vorhanden ist. Jodeln hat auch etwas sehr Wehmütiges.«

Es ist die Magie der alten Lieder. Traditionelle Stücke, die keinen Komponisten haben, überliefert wurden und weitergetragen werden, wie Eva erklärt. Ein wahnsinnig interessantes Gespräch, das wir gerne bei einer anderen Gelegenheit vertiefen möchten. 

Natürlich kommen wir auch noch auf die Initiative zu sprechen, wegen der wir heute alle hier sind.  Ein klares Statement kommt von Eva: «Ich habe einfach eine höhere Erwartung an die Qualität der gesendeten Inhalte, da muss definitiv noch mehr gehen. Schweizer Künstler müssen einfach mehr gespielt werden.»

Joe würde es begrüssen, wenn die Schweizer Radios und das Fernsehen wieder mehr über die einheimischen Künstler berichten würden: «Egal welche Musik sie machen oder woher sie kommen. Was ich den Grossen vorwerfe ist, dass alles sehr Mainstream-lastig ist. Ich hoffe sehr, dass die Diversität wieder gefördert wird. Wir haben viele Menschen in der Schweiz, die Musik machen. Da darf man das Augenmerk schon wieder mal drauf legen. Wir haben ein hohes Niveau in der Schweizer Musikszene.»

17:00 Uhr

Momentan spielen BAUM im Studio 2. Wir waren drin, haben ein Video gedreht, doch die Band spielt schlicht zu laut, als dass wir euch das jetzt zumuten wollen. Aber hey, wir haben nochmals ein paar Schnappschüsse für euch:

16:20 Uhr

Hier sehen wir noch den Musiker Trummer live in Session. Und nein, er hatte kein richtiges Schlagzeug dabei. Aber es tönt trotzdem toll:

15:52 Uhr

Hach, wir haben das Gefühl, erst ein paar Stunden da zu sein. Aber eigentlich befinden wir uns ja schon fast auf der Zielgeraden. Noch gut zwei Stunden dauert der Tag der Livemusik. Nun spielt gerade Trummer im Studio 1, parallel machen sich Baum und seine Band nebenan bereit. Den Abschluss macht dann die Sängerin Lovis.

Und was brauchen wir jetzt?

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Und für dich haben wir hier das Video der Session von Joe Schwach und Eva Wey. Wunderschöne Country-Folk-Klänge. Da kriegt man gleich Fernweh nach einer Landstrasse, die in den unendlichen Horizont führt.

15:35 Uhr

Bevor Christoph Trummer dann seine Live-Session abhält, haben wir den Musiker kurz zu uns ins improvisierte Büro geholt. Er erzählte uns, wie sein neues Album Trummers Labor1 – Ame sichere Ort entstanden ist. Dazu erklärt das Vorstandsmitglied von Sonart, dem Verband der Schweizer Musikschaffenden, welche Bedeutung die Radiolandschaft für die Musik hat.

Auch den Singer-Songwriter und Multiinstrumentalist Atlas Clouds haben wir nach seiner Session abgefangen. Wir haben ihn nach seinem Drang zum Musikmachen gefragt:

15:08 Uhr

Der Multiinstrumentalist Atlas Clouds spielt ganz einfach heute im Radio: Nur eine Gitarre hat er mitgebracht. Seine facettenreiche Musik wird in der simpelsten und reinsten Version gespielt. Eine Stimme, ein Instrument. Roh, unverfälscht.

14:23 Uhr

Useless hörte man eben noch durchs ganze Haus – in jedem Raum. Kurz bevor sie ihre Heimreise angetreten haben, konnten wir sie in einem ruhigen Moment erwischen. 

Useless kommen aus Winterthur und bestehen seit 2013 in dieser Formation. Sarah ist überzeugt: «Man muss hartnäckig sein und Durchhaltevermögen haben. Wenn wir an einem neuen Album schreiben und es aufnehmen, dann dauert es immer noch mindestens sechs Monate bis es veröffentlicht wird. Es braucht seine Zeit braucht, bis man etwas in den Händen hält was vorzeigbar ist.»

Doch was braucht es denn sonst noch um heute als Band bestehen zu können? «Es muss auch Band-intern stimmen. Wenn das nicht der Fall ist, macht es keinen Spass und man kommt nicht weit», fügt Lukas an. 

Muss man mutig sein? «Ich denke wir sind sehr mutig. Unser Sound hat sich sehr verändert, es kommen immer wieder neue Elemente dazu. Es wäre schade, wenn wir das nicht machen würden und den Horizont nicht offen halten würden», antwortet Nik, Sänger und Gitarrist. Useless werden gegen Ende dieses Sommers wieder live spielen.

14:08 Uhr

Ein Duo, düster und obskur: Troika heisst die Band, die bedrohlich-dunkle Klanglandschaften heraufbeschwört. Elektronisch dominiert, arbeiten Troika bereits seit bald einem Jahrzehnt an ihren ausschweifenden Klanglandschaften. Sie bieten am Tag der Livemusik mit Sicherheit den schwärzesten Sound, irgendwo zwischen Industrial und Gothic-Ambient.

13:47 Uhr

Die Zeit vergeht wie im Flug. Wir müssen uns bald mal auf Nahrungssuche begeben… Aber zuerst haben wir zwei weitere Session-Videos für dich: Die Pop-Rocker von Laika und die Rocktruppe Underskin, die heute ganz akustisch, aber mit viel Gefühl im Kanal K aufspielten.

 

12:55 Uhr

Ohne Gebührengelder haben nicht-kommerzielle Radios wie Kanal K oder Radio LoRa ein grosses Problem. Wir von Negative White sind auf deine Unterstützung angewiesen. Du kannst Member werden und den Preis selber bestimmen: Schon ab 1 Franken pro Jahr bist du dabei!

Hier kannst du dich registrieren. Danke für deinen Support!

12:33 Uhr

Deutsch-Rock-Pop – das ist das Steckenpferd von Laika. Die Band sitzt noch unten im Empfangsbereich vom Radio Kanal K, ein guter Moment für ein kurzes Gespräch.

Wie schwer es ist, in der Schweizer Musiklandschaft Fuss zu fassen und gehört zu werden, dass wissen auch Laika. Christof erzählt von den Dingen, die alle Newcomer-Bands kennen dürften: «Du schreibst hundert Mails und bist froh, wenn eine Antwort kommt.» Seit zwei Jahren gibt es die Band in dieser Formation. «Wir sind voll dran mit promoten» erklärt Luca. «Die EP ist draussen und es kommt sicher gut, denn unsere Musik ist einfach geil!» 

Reto bestätigt uns, was sich durch den Tag zieht: Wenn die kleinen unabhängigen Radios wegfallen, dann fehlt eine wichtige Plattform für die Bands. «Es wird viel gemacht für Schweizer Newcomer-Bands.» 
Was ist der Wunsch, wenn die No-Billag-Initiative abgelehnt wird? Fabian Rupp wünscht sich wieder etwas mehr Diversität bei den Schweizer Radiosendern.

Nun spielen Laika gleich live im Radio Kanal K.

12:29 Uhr

Hach, es ist eine Materialschlacht. Bei den Bands, die schweres Geschütz auffahren. Da werden Verstärker geschleppt, Instrumente herbeigetragen. Es ist ein faszinierendes Gewusel: Die einen Acts sind erleichtert, verlassen nach der Session das stickige Studio. Andere spielen sich im Korridor warm, sind gespannt-konzentriert.

Useless haben währenddessen für den ersten Kracher gesorgt. Ein Post-Grunge-Brett war das, ohrenbetäubend und mitreissend. Manchmal mit leicht psychedelischem Hang zum Shoegaze. 

Die ersten Bierdosen werden bereits geknackt. Nicht nur bei den Bands, sondern auch bei uns in der Blog-Redaktion ist es ein Hin und Her. Speicherkarte rein, Fotos rüberspitzen. Videos verschicken, kurz bearbeiten, hochladen.

Hier also wieder ein paar Fotos vom bunten Treiben hier in Aarau:

 

12:07 Uhr

Wir haben einen kleinen Live-Rundgang durch das Durcheinander im Studio von Kanal K gewagt. Ausserdem erklärt Moderator Leo Niessner, weshalb die No-Billag-Initiative für nicht-kommerzielle Radios wie Kanal K verheerend ist.

11:49 Uhr

Wenn das Internet nicht ganz so schnell sein will, wie wir es sind… Das war ein echter Krampf, aber jetzt ist auch das Video zur Session von Miss Kryptonite da.

10:58 Uhr

Auf dem Gang schleichen Useless herum. Die Rockband aus Winterthur baut sich im Studio 2 auf – schon das Drumset alleine ist massiv, eine beeindruckende Krach-Küche wartet auf euch. Versprochen! Useless sind übrigens keine Unbekannten bei Negative White: Im November hat das Video zur Single Madcap bei uns Premiere gefeiert.

Also hier schon mal ein Vorgeschmack, was auf euch zurollt. Wetten, danach seid ihr wach?

10:49 Uhr

Trommelwirbel für Down On Earth. Wir haben natürlich auch bei diesem Newcomer-Quartett ein kleines Video gemacht. Und man sieht sogar den Moderator Leo herumkriechen. Herrlich!

10:43 Uhr

Als nächstes sind Miss Kryptonide zu hören. Wir haben gerade mit Désirée Graber und Andres Pfister, den beiden Bandmitgliedern, einen kurzen Plausch gehalten. Wie ihr Grunge-Sound entstanden ist, wollen wir wissen. 

«Ich habe zuhause einfach mal etwas gemacht. Dann habe ich mir einen Bandraum gemietet, so ist Miss Kryptonite entstanden», sagt Désirée und Andres fügt an: «So läuft es eigentlich immer. Bei uns wächst das während den Bandproben. Désirée bringt meistens eine Idee mit und dann tragen wir alle dazu bei.»

Auf die Frage was bei einer Annahme der No-Billag-Initiative mit den kleinen Bands passieren würde, gibt es ein klares Statement von Désirée: «Plattformen wie Kanal K würden einfach wegfallen. Kleinere und unbekannte Bands hätten so keine Chance mehr Gehör zu finden.»

Miss Kryptonide besteht seit Mai 2017 und das erste Konzert war bereits im Juli. Désirée ist für alles verantwortlich, was rund um so eine Band anfällt. Die Arbeiten für das erste Album laufen. Wir sind gespannt, was wir von Miss Kryptonide noch hören werden. Den nächsten Auftritt haben sie bereits am 10. März im «Böröm pöm pöm» in Oberentfelden. 

10:30 Uhr

Jetzt wird etwas aufgedreht. Down On Earth sind eine junge Newcomer-Band und spielen Power-Akustik-Rock aus dem Bilderbuch. Das ist das Tolle am Tag der Livemusik: Frisch aus dem Ei gepellte Truppen erhalten eine Plattform, können sich präsentieren.

Was man am Radio aber nicht sieht: Die Band braucht so viel Platz, dass es gar nicht so einfach ist, im Studio 1 rein- oder rauszukommen. Moderator Leo kroch also kurzerhand unter dem Tisch durch, manövrierte durch das Wirrwarr aus Beinen und Kabel. An einem solchen Tag wird eben auch improvisiert, da muss selbst DJ Leo unten durch.

10:00 Uhr

Beata Bereuter haben einen schönen Start in den Tag der Livemusik geboten. Sanfter, melodischer Sound – irgendwo zwischen Folk, Pop und Singer-Songwritertum. Verfeinert wurden die Gitarren-getriebenen Songs mit Bläser und gar einem Didgeridoo.

Und hier gibt’s einen ersten Blick hinter die Kulissen:

09:20 Uhr

Der Startschuss ist gefallen. Es geht drunter und drüber – der Tag der Livemusik läuft. Jetzt spielt dann gleich die Musikerin Beata Bereuter mit ihrer Band im Studio 1. Wir schauen und hören da mal rein. 

08:50 Uhr

Kaffee, Zigaretten, Equipment schleppen. Die ersten Bands sind bereits eingetroffen im Studio von Kanal K in Aarau. Wir sind ebenfalls vor Ort und freuen uns auf einen Tag voller Schweizer Livemusik. Moderator und Hansdampf in allen Gassen, Leo Niessner, hat soeben ein kleines Briefing abgehalten. Er mahnt, dass die Annahme der No-Billag-Initiative zur Schliessung vieler kleiner, nicht-kommerzieller Radiosender führen würde.

Bild: Janosch Tröhler