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Kleinere und intimere Konzerte finden seit Neustem im grossen Z7 einfach in einem kleineren Rahmen statt. Wo sich sonst die Konzertbesucher tummeln stehen Tischchen auf Teppichen, beleuchtete Grünpflanzen säumen den Rand, Kerzchen erhellen die Tische und die Stimmung ist schlicht speziell. Liv Kristine stand auf der kleinen Bühne und verzauberte das Publikum mit ihrem ganz eigenen Charme.

Liv Kristine (Matthias Hoffmann)

Liv Kristine (Foto: Matthias Hoffmann)

Caroline Breitler und ihre Band eröffneten den Abend mit einer Mischung aus eigenen Kompositionen sowie einigen Cover-Sogs. Das Publikum sammelte sich schnell vor der Bühne und liess sich von Carolines schöner Stimme mitreissen. Ihre Band behauptete sich mit Können und Emotionen, welche sehr gut ankamen. Mit Philip de Leeuwe alias Sid the Kid ist sie sozusagen Solo unterwegs. Bei Engagements wie vergangenem Samstag ist Joe Schwach mit von der Partie, der sein Handwerk richtig im Griff hat und auch den Publikumskontakt nicht scheut. Bei Caroline Breitler tut sich momentan viel. Wir hoffen, dass wir an dieser Stelle wieder über die Schweizerin berichten dürfen.

Liv Kristine, der heiss ersehnte Höhepunkt des Abends betrat strahlend die Bühne. Man darf wirklich sagen dass die gesamte Band vor Sympathie strotzte und das Publikum schlicht umhaute. Liv nahm das Publikum mit auf eine Reise durch ihre musikalische Vergangenheit. Die 1976 in Norwegen geborene Powerfrau war nicht nur bei Theater of Tragedy führendes Mitglied, auch bei Leaves Eyes, einer meiner favorisierten Bands, gibt sie stimmlich den Ton an. Ihre Soloalben waren nicht minder erfolgreich. 2005 war sie gar für einen Grammy nominiert.
Musikalisch ist sie kaum zu beschreiben. Sie schafft es, von den rockigen Tönen einen Bogen zu den Gothic-lastigeren Songs zu schlagen, der einem wirklich mitzureissen vermag. Ihre Musik ist so ehrlich, dass mir nicht nur einmal ein Schauer über den Rücken gefegt ist. Besonders bei Panic merkte man, dass diese Songs aus dem wahren Leben stammen.
Mit Silence schlug sie ganz leise Töne an, die dann wieder in einem Finale gipfeln, welches einem die Augen nass werden lassen kann. Unterstützt wurde sie auf der Bühne unter anderem durch einen Cellisten sowie eine Pianistin. So entstand eine Klangfarbe, die perfekter nicht hätte sein können. Ihr aktuelles Album Libertine birgt so manchen Schatz. Zu denen gehört auch Vanilla Skin Delight & In The Heart Of Juliet. Mein absoluter Favorit an diesem Abend war allerdings wirklich Silence. Ein Song zum Träumen und Schwelgen.

Wer Liv Kristine bald wieder live erleben möchte, braucht sich nicht all zu lange zu gedulden. Schon im April 2014 beehrt sie die Schweiz im Rahmen der Masters of Symphonic Metal mit Leaves Eyes im Z7.

Fotos: Matthias Hoffmann