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Die Plattentaufe von Bob Spring & The Calling Sirens ging am Samstag über die Bühne. Nach der Rezension des Albums war es Pflicht, auch der Taufe beizuwohnen und zu hören, wie die Songs live klingen und – noch wichtiger, wie sie beim Publikum ankommen.

Gelungene Taufe im Bogen F: Bob Spring & The Calling Sirens (Foto: Sacha Saxer)

Gelungene Taufe im Bogen F: Bob Spring & The Calling Sirens (Foto: Sacha Saxer)

Bob Spring und The Calling Sirens standen letzten Samstag nicht zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne. Schon vorletzten Sommer lieh Bob dem Quartett seine Stimme für einen Auftritt im Seebad Enge. Weitere gemeinsame Auftritte folgten und irgendwann erkannten sie dann endlich, dass sich hier zwei grossartige Künstler gefunden haben, die sich gegenseitig perfekt ergänzen und ein gemeinsames Album war die logische Folge. Seit Freitag, dem 13. März 2015 ist es nun soweit, die Früchte ihrer gemeinsamen Arbeit sind im Handel erhältlich. Unser Reporter Sacha Saxer hatte sich das Album Bob Spring & The Calling Sirens schon angehört (Negative White berichtete) und stellte dabei einige (gewagte?) Prognosen auf.

Die Plattentaufe wartete auch mit Überraschungen auf. So gab es keinen Alkoholmissbrauch – sprich es wurde weder Schampus noch Bier noch sonst eine Flüssigkeit über die Scheibe gekippt – und auch die sonst übliche Rauchpause wurde gestrichen. Nicht gestrichen wurde dagegen auch nur ein einziger Song des Albums. Sämtliche elf Lieder hatten ihren Weg in die achtzehn Titel umfassende Setlist gefunden.

Wie üblich hielt sich Bob mit den Ansprachen ans Publikum zurück. «Weniger labbere, meh singe.», meinte er mit einem verschmitzten Grinsen im Gesicht, was beim Publikum auf grosse Zustimmung stiess. Den Besuchern muss an dieser Stelle ebenfalls ein grosses Kompliment gemacht werden. Das Schweizer Konzertvolk im Allgemeinen – und das Zürcher im Besonderen – ist bekannt für seine Passivität. Davon war an diesem Abend nicht viel zu spüren. Im Gegenteil, es wurde getanzt und mitgesungen. Die Spielfreude der fünf Jungs auf der Bühne hatte das Publikum sehr schnell angesteckt.

Wie schon in unserer Rezension der Scheibe prognostiziert, entpuppte sich Gloria als ein Live-Knüller der Extraklasse. Auch Monuments of our Time, dem ersten Song der Zugabe, leitete den Abschluss des Konzertabends perfekt ein. Neben den neuen Tracks durfte natürlich der Bob Spring-Klassiker schlechthin nicht fehlen: Them Pills I Took (Hank Williams III Cover). Aber auch Tears in the Rain, einer der Titel, der es auch in die Radios geschafft hatte, gehörte in diesen Abend.

Die Schweiz mag keine Route 66 haben, aber am Samstag war der Mythos dieser Strecke im Bogen F spürbar. Authentische Musik ohne aufgesetzte Schnörkel, vorgetragen von einer gefühlvollen und wandelbaren Stimme; leidenschaftlich gespielt von wunderbaren Künstlern. Das Album ist schon sehr gut, aber Live sind Bob Spring & The Calling Sirens einfach nochmals ein ganzes Stück besser.

Fotos: Sacha Saxer