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Dass die Show einiges zu bieten haben wird, davon konnte man ausgehen. Was sie wirklich zu bieten hatte, musste schlicht erlebt werden. Lindsey Stirling bot am 7. Juni 2013 einen unvergesslichen Abend, der in den Herzen der Zuschauer sicherlich noch lange leben wird.

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Begeisterte das ausverkaufte Haus (Foto: Matt Hoffmann)

Das X-Tra war restlos ausverkauft. Vor dem Gebäude standen vergebens Leute, die in der Hoffnung, in letzter Sekunde noch ein Ticket zu ergattern herb enttäuscht wurden. Kein Wunder, denn die sympathische US-Amerikanerin ist zurzeit ungemein populär.
Die Fans wurden auf die Folter gespannt, der Saal tobte schon vor Konzertbeginn. Anti Gravity sollte der fulminante Auftakt zu über einer Stunde Action und Power sein. Lindsey Stirling überzeugte sofort, denn ihr Können auf der Violine war trotz wirklich viel Bewegung auf der Bühne grandios. Ihre bekannten Songs wie Shadows, Zelda und Elements liessen das Publikum in Begeisterungsstürme ausbrechen. Unermüdlich flitzte Lindsey von einem Ende der Bühne zum anderen und liess sich, was den Publikumskontakt anging nicht lumpen.

Besonders bewegend war der Moment als auf der Videoleinwand Bilder ihrer Kenia-Reise eingeblendet wurden. Ein paar Worte seitens Lindsey und das Publikum war andächtig still. Sie ermutigte die Menschen, an ihre Träume zu glauben und niemals aufzugeben. Dann begann sie zu singen und ich bin mir sicher, die Gänsehaut raste wie eine unsichtbare Laola-Welle durch die Menge.

Nach dem einen oder anderen Pop-Medley worauf meines Erachtens hätte verzichtet werden dürfen – Sie hat nämlich genug eigene schöne Songs – liess sie allerdings ohne Minderung der Power den Bogen wieder für Ihre Stücke über die Saiten gleiten.
Mit Phantom war der vermeintliche Höhepunkt erreicht. Die Zuschauer feierten Lindsey lautstark. Als dann die ersten Klänge von My Immortal von der Bühne tanzten war die Stimmung perfekt.
Im Grunde wartete man nur noch auf den einen Song den man schon im vorn herein tausende Male gehört hatte. Crystallize liess den Abend einfach perfekt werden. Schneeflocken wurden über die Bühne gewirbelt, das sehr durchmischte Publikum bedankte sich mit tosendem Applaus und Lindsey sah glücklich, wenn auch zurecht erschöpft aus.

Wirklich beeindruckend ist, wie sie ihre Moves in die Musik einbaut. Wo unsereiner nicht einmal die Luftgitarre beherrscht, lässt sie jeden Künstler der mit Instrument auf der Bühne steht richtig alt aussehen. Ein grosses Kompliment geht an die Tontechnik. An jedem Punkt im X-Tra waren Violine, die elektrischen Elemente sowie das Schlagzeug, perfekt abgemischt.
Drei Kostümwechsel, Seifenblasen die durch den Saal schwebten, zwei Zugaben, es gibt wirklich nichts zu beanstanden. Für Zuschauer und Künstlerin dürfte dies ein wirklich gelungener Abend gewesen sein. Wir hoffen Lindsey bald wieder in der Schweiz begrüssen zu dürfen, denn wenn sich bewahrheitet was sich abzeichnet, dürfte hier bald eine grössere Location angebracht sein.