Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Passend zur Jahreszeit möchten wir euch noch ein ruhiges, besinnliches Album vorstellen. «Between the Lights» von Levin Deger vermag auch bei Weihnachtsmuffeln besinnliche Stimmung aufkommen zu lassen.

Levin – Between The Lights (zVg)

Levin – Between The Lights (zVg)

 

sax. Auf Levin aufmerksam wurde ich am Konzert von Ryan Sheridan im Papiersaal, wo er nur mit einer Gitarre in der Hand auf das Publikum losgelassen wurde. Schon mit diesem minimalen Setting konnte er überzeugen, doch auf dem Album wird er von diversen Gastmusikern unterstützt und kann dadurch weit feinere Muster in den Klangteppich weben.

Gleich zu Beginn fällt das filigrane Zusammenspiel von Gitarren, Bass und Piano auf. Dies wird von Levin’s warmer Stimme traumhaft ergänzt. Jeder Song erzählt eine kleine Geschichte und die meisten kommen einem aus dem eigenen Leben bekannt vor. Die Lyrics sind allesamt sehr poetisch und verdienen die Bezeichnung «Lyrics» auch wirklich. So erzählt beispielsweise Roadtrip die Geschichte einer verflossenen Liebe und der Flucht in ein neues Glück, auf welcher ihn die Sehnsucht, die er hinter sich zu lassen versucht, begleitet. Auch wenn der Anlass für diese Reise eigentlich traurig ist, verarbeitet Levin ihn in einem fröhlich anmutenden Song.

Diesen Kontrapunkt zu setzen, gelingt Levin überhaupt bei allen – oft sehr melancholischen – Liedern, äusserst gut. Der Verlust, die verpasste Chance – eingefangen im Text – wird durch die Musik in Hoffnung verwandelt.

Seine Stimme, hin und wieder im Duett mit Becca Stevens, deren Stimmfarbe wunderbar mit der seinen harmoniert, bildet das Zentrum der Lieder, doch statt sich, wie die meisten Singer/Songwriter nur auf Gitarre und etwas Percussion zu verlassen, lässt Levin seine Gitarre von insgesamt zehn weiteren Musikern in unterschiedlichster Zusammenstellung begleiten. So greift Ruslan Sirota in die Tasten des Pianos, Sebastian Scheipers unterstützt ihn an der zweiten Gitarre, Gabriel Spani zupft die Basssaiten und Maxime Paratte sorgt an den Drums für den richtigen, aber feinen Beat. Dazu kommt ein kleines Orchester mit Justyna Sromicki (Violine), Rahel Zellweger (Viola), Sandra Weiss (Bassoon), Isaï Angst (Klarinette) und Simon Lewis (French Horn). Zusammen entsteht ein filigranes Klanggefüge, das trotz seiner Leichtigkeit die Stimmen von Levin und Becca problemlos trägt.

Doch machen die herrlichen Kompositionen  die Musik in erster Linie «nur» interessant; so sorgen die Zugänglichkeit, die Vertrautheit der Texte dafür, dass man sich in den Liedern wiederfindet.
Neben persönlichen Songs liefert Levin auch Perlen wie Balloons, einem Song, der das Bestreben von uns allen, etwas besseres zu erreichen, wunderbar umschreibt. Als Beispiel soll hier einfach der Refrain des Liedes genügen.

I see their dreams rising up
Like balloons across the night sky
Colorful and different
And their dreams so innocent
I wish for luck I wish for peace
That we care for one another
So tonight until the break of dawn
keep dreaming on

Sinnbildlich für das gesamte Album darf hier einfach mal das offizielle Video zum Titeltrack Between The Lights sprechen:

Release:
17. 05. 2013

Label:
Material Label

Tracklist:
01 – Coming Home
02 – Balloons
03 – Spring Meadow
04 – Natalia
05 – Leaving
06 – We Are Not Here Long
07 – Song for Peace
08 – Between the Light
09 – Jennifer
10 – Roadtrip
11 – Lying in Your Arms
12 – Cool Me Down