Im ausverkauften Komplex 457 boten die Irish-Punker Dropkick Murphys aus den USA eine mitreissende Show. Eine kaum zu bändigende Masse und das Akustik-Set prägten den Abend.

Den Einstieg in den Abend bestritt die Lausanner Band Huge Puppies, die via Facebook-Wahlverfahren auserkoren wurde. Die junge Truppe mixt Ska-Elemente, die sich am stärksten mit der Bläsersektion offenbarten, mit schnellem Gitarrenrock. Der Sänger gestand am Ende des Auftritts, dass ihr erstes Album erst im März erscheine. Dafür konnte man sich im Anschluss ihrer Show gratis mit Promo-Exemplaren versorgen.
Bouncing Souls war nach den Huge Puppies der Support, der mit den Murphys auf Tour war. Das schlichte Erscheinungsbild des Quartetts wirkte beinahe schon britisch. So war auch die Performance der Band: Schlicht und ohne Gesten, aber mit Perfektion trugen die Musiker ihre Songs vor. Trotz der Zurückhaltung auf der Bühne, heizte der Sound ordentlich ein. Die rassigen Songs trafen sich irgendwo zwischen Punk und einem breit ausgelegtem Rock-Arrangement. Bouncing Souls war daher ein idealer Einstimmungsact, der vielleicht sogar etwas zu sehr in die Vollen ging, da ihr Auftritt bereits physisch anstrengend war.
Selten sieht man eine solche Masse an Konzertbesuchern, die stolz ein Bandshirt zur Schau trugen; Dropkick Murphys soweit das Auge reichte. Während sich die Halle bei Bouncing Souls stetig weiterfüllte, so gab es bei Nordamerikanern fast kein Durchkommen mehr. Das Komplex war komplett ausverkauft, dichtes Gedränge bis in die hintersten Reihen. Alsbald fehlte dem Raum auch jeglicher Sauerstoff und gerade im grösser werdenden Moshpit, wo heisse, schwitzende Körper aufeinanderprallten, fiel das Atmen je länger je schwerer. Mindestens eine Person wurde völlig entkräftet aus der Halle getragen.
Die Band bot einen feurigen Auftritt. Die eher kurzen Songs waren Salven purer Punkmusik, die zu einem einzigen Grund geschaffen wurde: zum Feiern. Sänger Al Barr zelebrierte das Ereignis, stiefelte auf der Bühne auf und ab und liess die Menge jubeln und rufen.
Zwei Stunden wäre ein solches Feuerwerk wohl kaum durchzuhalten gewesen. Geschickt baute die Band deshalb in der Mitte des Sets einen Akustikteil ein, der das Publikum zum Schwelgen und Arm-in-Arm-Singen einlud. Im Set präsentierte die Band ihre neue Platte, gab den Anwesenden aber auch Leckerbissen wie I’m Shipping Up To Boston, der Hit, der natürlich nicht fehlen durfte.
Zum Schluss wurde die Menge nochmals „aufgewärmt“, selbst wenn dies bei den herrschenden Temperaturen im Komplex 457 und der hohen Luftfeuchtigkeit nicht mehr notwendig gewesen wäre.

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