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Hammerfall bewiesen nicht nur, dass sie eine Legende sind, keine Wunschkonzerte spielen und das Cans derjenige mit dem Mikrofon ist, sondern auch, dass sie das grösste Banner im Schlepptau hatten. Kurzum, die Schweden haben dem Volkshaus mit samt Publikum ordentlich eingeheizt.

Als die erste Vorband Death Distruction anfing, war das Publikum grösstenteils noch vor dem Volkshaus oder gar noch nicht eingetroffen. Langsam nur tröpfelten die Leute durch die Taschenkontrolle und Leibesvisitation am Eingang. Gerade mal zwei Reihen standen vor der Bühne. Der Eingangsbereich war dafür voller Leben, es herrschte reges Geläuf. Die Besucher tranken Bier und besuchten den Merchandise-Stand. Hier war dann «please speak English» angesagt. Als Death Distruction um etwa 20.00 Uhr mit ihrer eigenwilligen Show fertig waren, wurde schnell umgeräumt und ein grösseres Banner kam zum Vorschein. Eigentlich schade für Death Distruction, die sich in keine Metal-Schublade stecken lassen will, dass sie wohl oder übel unterging.
Amaranthe überraschte mit drei Sängerkehlen und deckten somit alle Gesangslagen ab. Eine Frau und zwei Herren. Die Stimmen ergänzten sich und Amaranthe heizte dem Publikum ein und ermutigte dieses immer wieder, mitzumachen. Manche ihrer Songs hatten sogar stellenweise etwas poppiges, dies aber im positiven Sinne. Es lohnte sich aber auf jeden Fall bei dieser Band aufmerksam zu bleiben. Potenzial hat sie.
Dann kam die dritte Vorgruppe. Sie hatten noch einen grösseren Banner sowie zwei auf der Seite. Man hätte meinen können, dass es nur um Bannergrösse ginge.  Vicious Rumors aus Kalifornien, USA. Die Herren im schwarzen Schwarz mit einem Sänger, der an Jack Black erinnerte. Unglaublich hohe Stimme, wilde Gestikulation und Posieren, als würde die Welt alleine ihm zu Füssen liegen. Leider lag das Publikum weniger zu seinen Füssen, sondern stand viel mehr still. Wo vorher wildes Leben herrschte unter Amaranthe, war nun Stille eingekehrt. Musikalisch waren die Amerikaner zwar nicht schlecht, doch der Funke sprang nie richtig auf die Leute über.

Es war kurz nach 22.00 Uhr als Hammerfall die Bühne betraten. Im Hintergrund ein riesiges Banner mit Hector, ihrem Ritter-Maskottchen, darauf zu sehen. Wer immer ihn auf dem neuen Albumcover vermisst hatte, wurde somit entschädigt. Sie starteten direkt mit einem Song des neuen Albums. Infected überzeugte nun auch live und liess die sonst eher episch angehauchten Lieder von Hammerfall rockiger und neuer erscheinen. Es folgten Klassiker wie Any means necessary, Bang your Head und Last Man Standing und einige Titel des neuen Albums. Die Band war sehr gut gelaunt und zog das Publikum immer wieder auf. Als jemand aus dem Publikum nach einem bestimmten Song rief, erwiderte Sänger Cans ganz locker: «You know what? This isn’t a request show. And by the way, I’ve got a mic, you don’t.» – «Weisst du was? Das ist kein Wunschkonzert. Ausserdem, ich habe ein Mikrofon und du nicht.»

Hammerfall spielte sich einmal quer durch ihre eigene Diskographie. Die drei Herren an den Saiteninstrumenten zeigten, dass man synchron Headbangen kann.
«What would be your favorite song to hear on a Hammerfall show? Like I told you, this is not a request show, so shut up! I did some research by myself.» – «Was wäre euer Lieblingssong den ihr an einem HammerFall-Konzert hören möchtet? Wie ich euch gesagt habe, das ist kein Wunschkonzert, also seid ruhig! Ich habe selber nachgeforscht.»

Raus kam bei seiner Suche Always will be, welches dann auch gleich gespielt wurde. Locker füllten die Herren die ihnen gegebene Zeit in Zürich und das Publikum war kaum einzukriegen. Keine Sekunde standen die Leute still, keine Sekunde war keine Faust in der Luft zu sehen. Immer war irgendwo ein Haufen in Bewegung und die Band ermutigte sie auch nicht, damit aufzuhören.

Bei den Zugaben wurde dann noch Hearts on Fire und neue Songs zum Besten gegeben, bevor man die Leute in die Kälte des Novembers entliess.