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Am Mittwoch gastierte der Black Rebel Motorcycle Club (BRMC) im Zürcher Komplex 457. Sie zeigten wie ihr brandneues Album «Specter At The Feast» klingt, wenn man den Verstärker aufs Maximum stellt und einfach drauflos rockt.

Black Rebel Motorcycle Club auf seiner Stippvisite in Zürich (Sacha Saxer)

Black Rebel Motorcycle Club auf seiner Stippvisite in Zürich (Sacha Saxer)

ds. Als die vier Herren von Transfer die Bühne betraten, war der Saal schon gut gefüllt. Sie legten mit ihrem leicht hymnischen Rock gleich kraftvoll los. Zwischen den Liedern begrüsste der Sänger das Publikum mit einem aufrichtigen «Glad to be back. It’s the third time we play this place.» Richtig, der gute Mann erinnert sich daran. Sie waren vor gut zwei Jahren schon als Vorgruppe von White Lies und später nochmals von Kaiser Chiefs hier. Ich weiss nicht genau ob es daher rührt, oder ob sie mit ihrem Set an diesem Abend einige Leute für sich gewinnen konnten, aber vereinzelt schien die Band echt gut anzukommen. So konnte man hie und da beobachten wie der Kopf passend zur Musik geschüttelt wurde und zum Schluss sogar Leute nach den Setlists fragten. Aber um ehrlich zu sein, war das Gross der Menge eher unbeeindruckt. Sie wollten endlich den Black Rebel Motorcycle Club sehen.

Nach einem kurzen Soundcheck wurde das spärliche Saallicht wieder gelöscht und die Anspannung stieg. Umgeben von Dunkelheit und dezentem Nebel schlichen die drei Musiker zu ihren Instrumenten und starteten die Show mit dem Lied Fire Walker, welches auch auf dem neu erschienenen Album Specter At The Feast der Opener ist. Mit sphärischen Klängen aber stets sattem Sound in voller Lautstärke, legte die Band ein eher gemächliches Tempo vor, welches vom Publikum gerne übernommen wurde. Auch beim, ebenfalls vom neuen Album stammenden Rival blieb die Publikumsreaktion grösstenteils aus, das obwohl der Song mit kreischenden Gitarren, einem treibenden Beat und knackiger Hookline wie gemacht ist, um sich der Musik hinzugeben und einfach drauflos zu feiern. Natürlich wurde zwischen den Songs artig geklatscht, aber von den wilden Sausen für die BRMC berüchtigt sein sollen, war man noch weit entfernt. Nun gut, der Abend war noch jung, und die Songs wohl wirklich zu neu, zu unbekannt. Der Auftritt nahm dann auch endlich fahrt auf, als mit Beat The Devil’s Tattoo ein erster Song zum Mitgrölen angestimmt wurde. Dies gipfelte in den unmittelbar danach gespielten Whatever Happened To My Rock’n’Roll, Ain’t No Easy Way und Berlin – ein wahres Hitfeuerwerk wurde da gezündet und die Tanzfläche verwandelte sich in einen Hexenkessel. Wer jetzt noch nicht auf seine Kosten gekommen war, dem war nicht mehr zu helfen. Die Band war gewohnt wortkarg und hielt sich an einzelne, kurze Ansagen. Dadurch konzentrierten sie sich mehr aufs Wesentliche und als der Auftritt wieder etwas ruhiger wurde, fand man sogar Zeit ein kleines Set an Liedern einzubauen, welche von Peter Hayes alleine performt wurden.

Zum Schluss hin wurden mit Six Barrel Shotgun und Spread Your Love nochmals altbekannte Hits gespielt und mit Sell It und Loose Yourself als Zugabe wurde der Auftritt beendet wie er angefangen hat – Mit zwei Liedern vom neuen Album, die sehr sphärisch klingen und trotzdem mit voller musikalischer Wucht auf den Hörer niedergehen. So verabschiedete sich der Black Rebel Motorcycle Club nach fast zweistündiger Darbietung und das Publikum machte sich zufrieden wieder auf den Heimweg.

Fotos: Sacha Saxer