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Im ausverkauften Dynamo brachten am 2. Februar In Strict Confidence und Covenant die Menge zum Toben. Heisse Einblicke und etwas unbeholfene Tänzeleien kreierten einen Abend, dessen Sorte eher selten zu finden ist.

Spätestens als Nina de Lianin im hautengen, bis zum Schritt geschlitzten Latexkleid die Bühne betrat, war es geschehen. Nur dastehen, klatschen und zum Takt nicken war nicht mehr möglich. Nicht nur ihr Anblick, nein, auch ihre Stimme liess bei diesem Auftritt keine Wünsche offen. Ihre Bandkollegen gerieten fast ein bisschen in den Hintergrund. So kam es, dass nach Promised Land ein Stück am anderen vom neuen Album Utopia den Weg in die Menge fand – und der Stimmung des Publikums nach zu urteilen – richtig gut ankam. Dennis Ostermann verausgabte sich, wie man es sich für so einen Auftritt vorstellte, untermalt von Videos, die im Hintergrund zu den neuen Titeln eingeblendet wurden. Die Gitarristin Haydee Sparks lieferte im Duo mit Nina eine packende, wenn auch einfache Einlage mit Showumhängen, mit denen gekonnt geschwungen, gedreht und kokettiert wurde. Nach gut eineinhalb Stunden High Heels und Latex war es dann aber auch gut ein bisschen frische Luft zu schnappen und die Gemüter abzukühlen.

Der grosse Saal des Dynamo füllte sich zunehmends. Am Eingang wurde gar ein Schild mit dem Wort «ausverkauft» aufgehängt. Viele Fans kamen von weit her. Gespannt wartete man auf den Auftritt von Covenant, der mit ein bisschen Verspätung mit einem Intro iniziiert wurde, welches die Hoffnung auf den grossen Knaller steigen liess – der leider ausblieb. Eskil Simonsson stieg ziemlich lasch in den Auftritt ein, obwohl der Saal nun wirklich bis in die hinterste Ecke mit Menschen und Erwartungen gefüllt war. Seitens Eskil einige unbeholfene Hopser hier, ein bisschen Armgeschwinge da, das Publikum war dahin zurückgekehrt, dazustehen und mit dem Kopf zu nicken. Modern Ruin, welches 2011 erschien, ist noch immer massgebend für die Show, mit welcher versucht wurde, das Publikum zu entzücken. Nach und nach wurde der Sound energetischer und Eskils Stimme immer gewaltiger. Bekanntere Stücke aus früheren Alben lockten die Zuschauer ihre Stehposition gegen Hüpfen, Tanzen und in die Luft gestreckte Arme zu tauschen. Als das Intro zu Call The Ships To Port aus den Boxen dröhnte war es vollends geschehen. Die Gemeinde tobte und war nicht mehr zu bremsen. Nach fast zwei Stunden, zwei Zugaben – unter anderem Stand Alone (mein persönlicher Höhepunkt) ernteten die Schweden tosenden Applaus und das Gefühl, dass es für das Publikum noch die ganze Nacht hätte weiter gehen dürfen.