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Womöglich hast du sie schon gesehen: Die rätselhaften Plakate mit einzelnen Buchstaben drauf. Das heisst, es ist wieder so weit. Die Kurzfilmtage gehen in die 21. Runde. Welche Filme du nicht verpassen darfst und was es sonst noch Cooles zu entdecken gibt, wenn du kein Filmfreak bist.

Auch dieses Jahr hat die Kurzfilmtage-Crew wieder fleissig Filme angeschaut, um dem Publikum im November die besten Filme aus dem zeitgenössischen Kurzfilmschaffen zu präsentieren. 

2017 im Zentrum steht Südostasien – eine beeindruckende Premiere, wenn man bedenkt, dass die Region vor 20 Jahren im Hinblick auf das Independent-Filmschaffen noch inexistent war. Auch beim restlichen Programm hat sich das Festival-OK  etwas Neues einfallen lassen: So wird man dieses Jahr Teil einer Kunstinstallation oder taucht dank synchronisierten Vorführungen kollektiv in die Virtual-Reality-Welt ein – laut den Kurzfilmtagen das Format der Stunde.  

Im «Internationalen Wettbewerb» können wir uns dieses Jahr viele Filme zu Gemüte führen, die mit uns sprechen möchten. Das heisst konkret, Filme, die sich mit der Menschlichkeit befassen, uns Denkanstösse geben und das soziale Bewusstsein stärken wollen, um den künstlerischen Leiter des Festivals, John Canciani, zu zitieren. Damit stehen dieses Jahr besonders viele politisch geprägte Filme im Zentrum: 

The Fall of Lenin

Der Film der ukrainischen Filmemacherin Svitlana Shymko ruft mit einer Geisterbeschwörung die Seele Lenins wieder auf den Plan und lässt ihn durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wandern. Die augenzwinkernde Dokumentation thematisiert sowjetische Idole und das Nachleben der Geister der Geschichte.

Bild: zvg

Death of the Soundman

Wer es skurril und lustig gleichzeitig mag, sollte sich Death of the Soundman von Sorayos Prapapan nicht entgehen lassen. Der thailändische Filmemacher erzählt die Geschichte zweier Tonmeister, die einen Film-Soundtrack realisieren wollen. Das Problem dabei: Die thailändische Regierung ist darüber gar nicht erfreut. Ausserdem schenkt auch das Publikum ihren hart erarbeiteten Filmgeräuschen keinerlei Beachtung. Ein Kommentar auf die politische Situation in Thailand. 

Bild: zvg

Imbiss

Dieser Dokumentarfilm des 29-jährigen Deutschen Christoph Eder zeigt eine griechische Familie, die auf der Insel Lesbos einen Kiosk betreibt. Die einzigen Kunden sind dabei die frisch angekommenen Geflüchteten aus dem Nahen Osten. Laut Matthias Bruck (Rügen International Filmfestival) eine «schnörkellose, kommentarfreie Beobachtung der Szenerie, die den Ausnahmezustand der Flüchtlingssituation erlebbar macht.»

Bild: zvg

Alzheimer, Öko-Katastrophen und einen Oscar

Im «Schweizer Wettbewerb» finden sich 2017  besonders viele fiktionale Filme. Der Film Fast alles von Lisa Gertsch thematisiert die Demenzkrankheit Alzheimer, während Ligne Noire von Francesca Scalisi und Mark Olexa eine Frau im trüben Wasser fischen lassen.

Bild: zvg

Das Migrations-Drama Facing Mekka von Jan Eric-Mack feiert an den Kurzfilmtagen Premiere und hat kürzlich den Studenten-Oscar erhalten – die wichtigste Auszeichnung für Werke von Filmschulen. In diesem Film hilft der Pensionär Roli einem syrischen Flüchtling, seine Frau in der Schweiz zu beerdigen.

Ein Zugang zu virtuellen Realitäten

Wer kein klassischer Filmfreak ist, muss Winterthur diese Woche deswegen nicht meiden. Mit dem VR-Cinema holt den die Kurzfilmtage in Zusammenarbeit mit dem Geneva International Film Festival (GIFF) die faszinierendsten VR-Filme der Gegenwart nach Winterthur.

In drei Blöcken kann man sich als Newbie in virtuellen Realitäten entführen lassen (Programmblock «First Contact») oder aber die visuell und technisch herausragendsten Projekte (Programmblock «New Perspectives») bestaunen. Allen Blöcken gemeinsam sicher ist: Sie zeigen die Möglichkeiten auf, die diese immersive Technik mit sich bringt. 

VR-Brille und Datenklau

Das Festival hält neben dem Film und virtuellen Realitäten auch noch andere Kunstformen bereit: Im Foyer des Theaters Winterthur zeigt der Schweizer Künstler Alan Bogona die Arbeit Sensible Spectrum. Eine interaktive Installation, die das Spannungsfeld virtuellen Realitäten auslotet. Ein speziell angepasstes Headset registriert dabei die Blickbewegungen der Teilnehmenden und macht die Daten danach für die aussenstehenden Zuschauenden sichtbar. Damit verwischt die Arbeit die Grenze zwischen Privatem und Öffentlichem und lässt erkennen: Egal wie tief wir in mediale Umgebungen eintauchen, unser physisches Verhalten bleibt den Blicken anderen ausgesetzt. 

Wahrnehmungsschulung inklusive

In der Installation des Kollektivs «Still und Dunkel», zu finden am Theater Neuwiesenhof, bewegt sich der Blick weg von der Leinwand und hin zum Raum. Ein Musiker, ein Filmemacher und ein Virtual DJ verweben ihre jeweiligen Schaffensbereiche zu einem audiovisuellen Klangkunstwerk. So verbinden sich schwarzweiss-Aufnahmen mit Violoncello und Kontrabass und lassen den Zuschauenden neue Dimensionen der Wahrnehmung entdecken. Weitere Informationen zur Arbeit findet man hier.

Die Internationalen Kurzfilmtage finden vom 7. bis 12. November 2017 in Winterthur statt. Weitere Informationen.