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«Abstract Figures In The Dark» nennt sich das Debütalbum der alternativen Grunge-Rockband Tigercub. Die dazugehörige Tour führte das Trio aus Brighton nach Basel.

Das Hirscheneck in der Baseler Altstadt. Ein legendärer Schuppen, in dessen Konzertkeller bereits Punk-Grössen wie Green Day, The Offspring und NOFX zu ihren Anfangszeiten aufgetreten sein sollen. Beste Vorraussetzungen also eine Rockband in kleinem Rahmen zu entdecken, bevor deren Bekanntheitsgrad durch die Decke geht. Es ist bereits der zweite Auftritt den Tigercub im «Hirschi» spielten. Letztes Jahr noch als Vorband für Dilly Dally, wollten sie nun den Laden als Hauptact auseinander nehmen.

Ihre Vorband heuer Hello Operator schienen sich jedoch das selbe Ziel gesetzt zu haben. Die junge Band aus York ist zum ersten Mal überhaupt auf dem europäischen Festland auf Tour und zeigte sich dementsprechend motiviert. Ohne Rücksicht auf Verluste drückten sie voll aufs Gaspedal und der Tonmensch schraubte hoch was ging. So plärrte ihr vom Blues angehauchter Desert-Rock laut kreischend durch die Boxen. Etwas unnötig wenn man bedenkt, dass sowohl die Räumlichkeiten als auch Besucherzahl sehr überschaubar waren.

Die markante, recht gewöhnungsbedürftige Stimme von Sänger Max Dalton verleiht ihrem Sound einen gewissen Wiedererkennungswert. Wem’s gefällt – ich hatte damit meine Mühe. Geradlinig spielten sich Hello Operator wie eine pumpende Dampflok durch ihr energetisches Set und vermochten sogar eine kleine Gruppe Engländer zum moshen verleiten.

Nach einer kurzen Pause für den Umbau, den beide Bands selber durchführten, war es auch schon Zeit für Tigercub. Ohne irgendein spezielles Intro oder die Bühne überhaupt nochmals zu verlassen, legten sie direkt los, sobald sie die Instrumente gestimmt hatten und bereit waren. Eine Art fliessender Übergang, den sie an diesem Abend immer wieder vollführt hatten. Instrumentale Jams wurden zwischen ihre Songs gebettet: Teils wild und ausladend, aber stets von James Allix‘ Schlagzeugspiel zusammengehalten und vorangetrieben, bis dann ein Gitarrenriff oder eine Bassline durchschimmerte, die man von den Platten her kannte.

Die Betonung sollte hierbei auf dem Plural von Platten sein, denn das Trio beschränkte sich in ihrer Songauswahl nicht einzig auf ihr im November erschienenes Debütalbum Abstract Figures In The Dark, sondern bot ein Querschnitt ihres gesamten Schaffens. So fanden auch Lieder von ihrer EP Repressed Semantics einen berechtigten Platz auf der Setlist, wie auch A- und B-Seiten von noch früheren Singles.

Und nicht nur die Mischung von alt und neu bleibt lobenswert, auch dass Tigercub es durchaus verstanden, ruhigere Akzente zu setzen, um dann Minuten später wieder mit dem musikalischen Vorschlaghammer voll auf die Zwölf zu geben. Düster stimmig in einem Moment, zerstörerisch ausufernd im nächsten – bei Tigercub passt die ganze Palette unter einen Hut.

Nach rund einer Stunde Spielzeit neigte sich der Konzertabend dem Ende. Ironischerweise blieb zwar mit Pictures Of You genau der Song aus, der nicht nur den Abend am besten musikalisch zusammenfassen hätte können, sondern auch bis dato am zweit meisten Klicks auf YouTube verzeichnen konnte, dementsprechend eines der bekannteren Stücke wäre. Vielleicht spielen sie dieses Lied dann ein Andermal wieder. Ich bin dann auf jeden Fall gerne wieder dabei.