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Während die Natur den sehnlichst erwarteten Regen empfing, tat das Publikum im ausverkauften Komplex 457 dasselbe mit den Smashing Pumpkins. Sowohl die Vorband mit dem genialen Namen Ringo Deathstarr als auch die Kürbisse boten guten Auftritt. Wieso war das Konzert dennoch nicht herausragend?

Es ist immer eine undankbare Arbeit, für eine gestandene Band wie Smashing Pumpkins das Publikum aufzuheizen. Doch Ringo Deathstarr aus Austin, Texas meisterte diese Aufgabe eigentlich mit Bravour, selbst wenn die Musiker mehr oder weniger statisch auf ihren Plätzen verharrten. Eine wilde, abgedrehte Show vermisste man, obwohl es die Musik durchaus provozierte. Vielmehr waren die Amerikaner ganz versunken in ihrer Musik. Ohne grosses Drumherum spielten sie ihren abwechslungsreichen Sound, der durch eine heftige Gitarre und pumpende Drums bestimmt wurde. Tempowechsel innerhalb der Songs sowie eine mal helle, mal dunkle Stimme, die dann stark an Peter Murphy von Bauhaus erinnerte, verliehen den Stücken eine interessante Atmosphäre. Bisher klingt es also nach einem vollen Erfolg für Ringo Deathstarr. Doch äussere Umstände, allen voran die soundtechnischen Einstellungen, wurden der guten Musik zum Verhängnis. Das Konzert war miserabel abgemischt. Die Bässe in Kombination mit der viel zu lauten Gitarre schmerzten die Gehörgänge sogar mit schützenden Oropax.

Den Anwesenden blieb die Hoffnung, dass der Klang bei den Pumpkins besser sei. Die Halle füllte sich mehr und mehr. Wer sich nun keinen guten Platz erkämpft hatte, würde später schlecht dastehen. Nach vermehrtem, lautem Rufen der ungeduldigen Zuschauer betraten Smashing Pumkins endlich die Bühne. Laute Töne der beiden Gitarristen und das Schlagzeug gaben den Weg für den Sound vor. Die markant nasale Stimme vom einzig verbliebenen Gründungsmitglied Billy Corgan mag zwar Geschmack sein, doch mit Sicherheit wollten das Publikum mehr als nur eine leise Ahnung von ihr haben. Bessere Soundeinstellungen? Fehlanzeige! Lediglich, wenn die Stimme mit einem aufgelockerten Arrangement erklang, verstand man auch Corgans Gesang. Doch sobald mehrere Lines zusammentraffen, ging die Stimme gnadenlos unter. Schade, denn auch die teils schwere, dann wieder tänzelnde Musik der Smashing Pumpkins war qualitativ einwandfrei. Die Soli, die Corgan in jedem zweiten Song bot, peitschten durch den Komplex, versprühten richtige Rock-Atmosphäre. Die Einschläge des Hardrocks in ihrer Musik kam live richtig mitreissend rüber. Während Publikum und Band bei den ersten Songs noch in der Dezemberkältestarre verharrten, tauten beide Parteien stetig auf und die Begeisterung stieg beständig. Vom Kopfnicken entwickelte sich die Reaktion der Leute hin zu klatschen, Jubelrufen und Gehüpfe und Getanze.

Weniger amüsant dürften das Konzert die Unglücklichen, welche keinen Platz in den vorderen Reihen ergattern konnte, empfunden haben. Sie mussten sich leider mit eine Wand aus Rücken und dem erwähnten, schlechten Sound abgeben. Keine Voraussetzungen für ein tolles Konzerterlebnis, denn von der packenden und effekthaschenden Lichtshow inklusive weihnachtlichen Lichterketten bekamen sie nichts mit.

Das Konzert der Smashing Pumpkins ist ein Beispiel aus dem Lehrbuch, wie wichtig das Zusammenspiel von Band und Technik ist. Schade, dass eine gute Leistung der Musiker so nicht voll und ganz genossen werden konnte.