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Ja, manchmal auch Verwandte, Bestatter, Erde, die Unendlichkeit und, wenn es ein ungewöhnlicher Todesfall war, vielleicht der bekannteste Kriminalbiologe der Welt: Dr. Mark Benecke. Am 9. und 10. Mai besucht er aber die Lebendigen und bringt haarsträubende Storys amüsant verpackt mit nach Zürich.

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Dr. Mark Benecke (Foto: Thomas van de Scheck)

Mark Benecke wurde schon als die eierlegende Wollmilchsau der Finsternis betitelt. Nur wenige reden so klug, witzig und vor allem schnell über Todesfälle, Krabbeltiere und allerlei Kuriositäten. Der Herr Doktor wird als bekanntester Kriminalbiologe der Welt gehandelt. Er hat sowohl einiges an ehrwürdigen Forschungsarbeiten geleistet als auch eine grosse Fangemeinschaft durch seine Vorträge, Blogs, Podcasts und Videos gezüchtet. Sein Spezialgebiet ist die forensische Entomologie. Wem der Begriff nichts sagt, kann sich gemütlich zurücklehnen. Er versteht es nämlich, schwierigste Gegebenheiten und Fachausdrücke charmant und einfach an seinen Referaten zu erklären. Entomologie ist nichts anderes als die Insektenkunde. Und damit der Ekelfaktor noch etwas steigt: Forensisch heisst soviel, als dass die süssen Krabbeltierchen sich auf Leichen befinden.

Meister der Fliegen und Maden

Benecke, bekennender Vegetarier, – man erahnt von wo das kommt – wird also weltweit gerufen, wenn Todesfälle als besonders merkwürdig und nahezu unlösbar gelten. So kam es zum Beispiel zu einem seiner berühmtesten Fälle, bei dem er durch den russischen Geheimdienst beauftragt wurde, die mutmassliche Schädeldecke und das Gebiss von Adolf Hitler zu untersuchen. Mithilfe der Untersuchung von Fliegen und Maden wagt er sich an solche Projekte und findet Antworten und Lösungen. Sherlock Holmes würde staunen.

Kurios ist nur der Vorname

Benecke interessiert sich aber für ganz unterschiedliche unterhaltsame Forschungsarbeiten und hat sich durch einige Gebiete gewühlt. So ist er unter anderem neben seiner forensischen Tätigkeit auch Vorsitzender der Deutschen Dracula-Gesellschaft, Mitglied des Komitees des Nobelpreises für kuriose wissenschaftliche Forschungen und Mitglied des Spass-Nobelpreis-Komitees. Er kann wohl zu fast jedem Thema eine lehrreiche und zugleich witzige Antwort geben.

Er selber sieht ebenso kurios aus und ist echt – so wie es seine wahrheitsgetreuen Geschichten sind, die er erzählt. Benecke trägt eine gemeingefährliche Glatze, hat viel Metall im Gesicht und sein Körper ist mit vielen Formen und Farben verziert. Er fühlt sich entsprechend in der Gothic Szene wohl und tritt dort auch immer wieder auf. Sei es als Referent an Partys wie der Sommerlichen Schlossromantik auf der Lenzburg oder am Wave Gothic Treffen, aber auch in Musikvideoclips als Special Guest, wie man ihn zurzeit auf seiner Homepage antrifft. Viele würden ihm eine seriöse Forschungstätigkeit und einen Doktortitel auf den ersten Blick gar nicht geben. Aber was lernen wir vom Doktor:

Man darf nie Annahmen machen, sonst verstellt man sich den Blick auf die Lösung.

Natürlich hat der Geschichtenerzähler auch schon allerhand geschrieben. Seine Bücher, in denen er berühmte Kriminalfälle analysiert, tragen Titel wie: Aus der Dunkelkammer des Bösen. Oder er beantwortet in der Sparte schräge Wissenschaft bedeutende Fragen wie: Warum man Spaghetti nicht durch zwei teilen kann. Auch zu Subkulturen hat er einen Zweiteiler mit dem Titel: Vampire unter uns. Und für Kinder gibt es dann auch schon: Wo bleibt die Maus? Seine Frau Lydia Benecke ist Kriminalpsychologin und hilft ihm gerne auf ebenso witzige Weise beim Schreiben oder auch beim Referieren.

Schwarzer Humor von Vorteil

Die Bilder und Themen die er normalerweise mitbringt sind nichts für schwache oder humorlose Gemüter. Und trotzdem muss man kein Psycho sein, um von seinem Erfahrungsschatz zu profitieren. Die Zuschauer lernen Fakten über den Tod und andere finstere Sachen. Wie sieht eine Leiche nach zwanzig Tagen aus? Stinkt sie? Ist sie giftig? Gibt es Vampire? Wie wird man zum Massenmörder? Die Zuschauer gewinnen Kenntnisse über das Leben oder besser dessen Ende. Der Tod sei nicht giftig, aber er stinke sehr, meint der Mann der am liebsten dem Tod in die Augen schaut und keine Berührungsängste kennt.

Am 9. und 10. Mai gastiert er mit seinem Vortrag im Restaurant Weisser Wind in Zürich.