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Die Düsseldorfer Broilers sind im Moment nicht zu bremsen. Neben ihrer aktuellen „Santa Muerte“ Tour treten sie auch als Supportact für Die Toten Hosen auf. Standen sie am Mittwoch noch im Hallenstadion vor 13’000 Leuten, begeisterten sie am Donnerstag das Publikum im ausverkauften abart.

Broilers rockten das abart (Sacha Saxer)

Broilers rockten das abart (Sacha Saxer)

 

sax. Auch die unfreundlich tiefen Temperaturen konnten die Vorfreude der vor dem abart wartenden Fans nicht trüben. Wer im proppenvollen Club ganz nah bei der Bühne sein wollte, nahm die Kälte gern in Kauf und so standen einige gegen eine Stunde vor den Türen. Das war mir glücklicherweise erspart geblieben, als mich ein Security-Mitarbeiter erkannte und freundlicherweise reingelassen hatte.

Kaum drinnen, warf ich einen Blick auf die ohnehin nicht sehr grosse Bühne des abart. Es ist erstaunlich, wie viel Equipment auf so eine kleine Fläche passt und dass dann auch noch genügend Platz da ist, um ordentlich abzurocken. Die Jungs von CANCER, der Basler Punkrockband, die den Abend für Broilers eröffnen durften, konnten einem Leid tun. Allzuviel Bewegungsfreiheit hatten sie nicht mehr, doch davon liessen sie sich nicht abschrecken und lieferten eine solide Show ab. Man merkte ihnen an, dass sie sich auf den anschliessenden Auftritt der Broilers freuten und mit ihrer sympathischen Art und ihrer guten Musik konnten sie sicher den einen oder anderen neuen Fan gewinnen.

Eine Band wie Broilers braucht eigentlich gar keine Vorband. Schon vor dem ersten Ton war die Stimmung im gestossen vollen abart mehr als gut und steigerte sich danach immer weiter. Waren am Mittwoch die Leute nicht so wirklich auf die Düsseldorfer eingegangen – mit ein paar löblichen Ausnahmen in den vordersten Reihen – zeigten sie am Donnerstag, wie man richtig feiert. Schon während den ersten Songs kletterte das eine oder andere Mädchen auf die Schultern ihrer Begleitung, um freie Sicht auf die Bühne zu haben. Der Einsatz des Publikums, der vom Mitklatschen und Mitsingen über Rumhüpfen wie wild bis zum Crowdsurfen alles enthielt, was man sich nur wünschen konnte, wurde von der Band mit einer grossartigen, über zweistündigen Show belohnt. Stolze 29 Songs fanden auf der zweiseitigen Setlist Platz und boten einen gelungen Überblick über das Schaffen der mittlerweile zwanzigjährigen Band.

Wer sich ins Moshpit gewagt hatte, wusste schnell, wieso die Band Broilers heisst – sie brachten die Meute zum Kochen. Sich ein Tshirt als Andenken an diesen grossartigen Abend zu kaufen, war dann auch mehr als sinnvoll, denn völlig nassgeschwitzt in die Kälte zu gehen, wäre eine gute Methode gewesen, das Wochenende dann krank im Bett verbringen zu können. Das wäre nicht die Art von Erinnerung gewesen, die dieser Abend verdient hatte.

Nicht nur die Band und das Publikum verdienten Lob, auch dem abart Team gebührte Dank. Selten gute Ausleuchtung, sauber abgemischter Sound, freundliche Securities, nettes Barpersonal… Das abart will wirklich mit dem bestmöglichen Ansehen abtreten.

 

Fotos: Sacha Saxer