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Wer bereits an einem Dream-Theater-Konzert gewesen ist, weiss: Diese Männer können lange. Und so durften sich am Montagabend die Fans der Progressive Metaler im ausverkauften Volkshaus während fast drei Stunden an der genialen Show erfreuen. Wer’s kann, braucht keine Vorband.

Mike Mangini in seinem Element (Sacha Saxer)

Mike Mangini in seinem Element (Foto: Sacha Saxer)

 

Eine grosse Schlange blockierte am Montagabend den Gehsteig vor dem Volkshaus. Hie und da hörte man: «Sche… es ist wirklich ausverkauft.» Tja, so kann es gehen, wenn die Titanen des Progressive Metals mit einer neuen Platte nach Zürich kommen. Dream Theater gelten seit vielen Jahren als die einflussreichsten Vertreter des Prog Metals und darum verwundert es nicht weiter, dass sie den Saal von oben bis unten füllten. Ihre fast 30jährige Erfolgsgeschichte starteten sie, um genau zu sein, im Jahr 1985 und es schien, als seien sie immer noch mit Herzblut dabei.

Es war auch bei diesem Auftritt augen- und ohrenscheinlich, das sind Musiker auf hohem Niveau. Den fünf Männern sah und hörte man die enorme Erfahrung in Sache Live-Auftritt und Musik an. Die Messlatte haben sich die Fünf mit ihren bisherigen Auftritten selber hoch gelegt. So haben sie sich übrigens auch die Aufgabe gegeben, dass jede Setliste anders sein soll.

Die Saitenfraktion um John Petrucci und John Myung sowie der Schlagzeugspieler Mike Mangini überzeugten auch an diesem Konzert mit ihrem enormen Soundspektrum. Es ist sehr eindrücklich, mit was für einem Mördergerät Mangini hantiert. Der Mann mit den flinken Händen und dem schlagkräftigen Tritt brachte das Publikum zum mitklatschen und jubeln. Aber auch die beiden Saitenzupfer ernteten nach ihren Spezialeinlagen und den zahlreichen sehr ausgiebigen instrumentalen Parts anhaltenden Applaus.

Was es jedoch nicht gab, war andauernde Stimmung. Die Konzertbesucher lauschten den Melodien wohl lieber im still stehen oder sitzen und wollten die Musikgenies nicht stören. Auch die an die Musik gelehnte Licht- und Videoshow war eher reduziert und konnte der Band nicht die Show stehlen. Sie bot aber doch einiges an Unterhaltung. Vor allem während der kurzen Pinkelpause sorgte sie für den einen oder anderen Lacher. Wer möchte nicht auch gerne eine Action-Man-Figur von den fünf Metallern besitzen mit Mikrofon, Gitarre oder Schaufel?