Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

The Brian Jonestown Massacre, das klingt nach einem Gemetzel. Das Gegenteil war der Fall. Ein Montagabend mit einer Vorband, die Feuer unterm Hintern hatte. Ein Konzert, das drei Fragen aufwarf.

2014-06-23_Les-Big-Byrd_030

Les Big Byrd hatten mehr Tempo drauf. (Foto: Nicola Tröhler)

Der Himmel über Zürich war grau. Der Montagabend begann an und brachte schlechtes Wetter. Trotz der schlechten Aussichten drängten sich immer mehr Leute vor dem Komplex Klub. Und sie waren der Grund: The Brian Jonestown Massacre.

Die Fans mussten sich noch etwas gedulden. Die Schweden von Les Big Byrd machten den Anfang. Diese Musiker kannten keine Gnade. Sie folterten ihre Instrumente. Eine halbe Stunde lang tosten, krachten, schlingerten sie kreischend, heulend, schluchzend und bettelnd durch den Kellerclub. Abgesehen von der blinkenden Leuchtweste des Drummers bot die Bühne wenig Spektakel. Dafür gab es heftig was auf die Ohren. Der Bass vibrierte durch die Mauern und massierte die Lungenflügel. Der Gesang war so beiläufig, dass die Band sich tatsächlich überlegen sollte, ihn ganz wegzulassen, und sich nur noch auf die Instrumente zu konzentrieren.

The Brian Jonestown Massacre sind gleich alt wie ich. Auch wenn von den Gründern nur noch Anton Newcombe übrig geblieben ist, spielt die Band seit Jahren weiter. Mittlerweile haben sie 15 Studioalben veröffentlicht. Nach einer Ankündigung in Russisch kamen die sechs Musiker auf die Bühne, standen etwas gar dicht gedrängt. Die Leute drängten sich vor die Bühne. Waren es viele Besucher für eine Band, die seit 24 Jahren spielt? Eher nicht. Waren es viele für einen Montagabend? Wahrscheinlich. Waren sie voll mit dabei? Definitiv.
Tropische Hitze kondensierte an den roten Wänden. Unser Fotograf Nicola entfloh – mit Schweissperlen auf der Stirn – der begeisterten Menge. Wie schon bei Les Big Byrd geschah auf der Bühne nicht sonderlich viel. Rock’n’Roll muss man eben nicht sehen, sondern fühlen. Was man The Brian Jonestown Massacre zugute halten muss: Sie lassen zwischen den Vocals Platz für die Instrumente. Nur so können diese nämlich ihre Magie, ihre Wucht vollkommen entfalten. Trotzdem blieb die Band aus San Francisco vergleichsweise blass gegenüber ihrer Vorband.
The Brian Jonestown Massacre passen eher zum Sonntagabend. Ein Kickstart in die neue Woche war es definitiv nicht. Entweder tat die Band als Schlaftablette ab oder man nutzte den Sound, um es mal etwas gemächlicher angehen zu lassen. Schliesslich muss man nicht immer so hetzen. Erst recht nicht am Montagabend.