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Für einen Sonntagabend war das Z7 erfreulich gut gefüllt. Die gefühlten -10 Grad Celsius stiegen bei drei deftigen Bands wieder in den angenehmen Bereich, denn sie brachten die Halle zum Kochen. Auch eine Überraschung der besonderen Art durften wir miterleben. Der Abend stand unter dem Motto: hart, heftig, melodisch. Die Erwartungen wurden übertroffen.

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Ein Augenschmaus war die Show von Kamelot (Foto: Matt Hoffmann)

Tellus Requiem, die Progressive-Melodic-Metal-Band aus Norwegen eröffnete den kalten Abend im Z7. Der Herbst hat nun definitiv Einzug gehalten, aber die Jungs schufen von Beginn an eine heisse Stimmung. Hart und laut sind die beiden Worte, die dies wohl am besten beschreiben. Dennoch war genug Melodie vorhanden, um hin und wieder etwas zu schwelgen. Ein gelungener Auftakt der 2007 gegründeten Formation!

Eine grosse Überraschung erwartete uns beim Auftritt der zweiten Band: ReVamp. Die Combo, die 2009 aus der Auflösung von After Forever entstand, bot dem Publikum Symphonic Metal vom feinsten. Die Frontfrau ist keine geringere als Floor Jansen, die zukünftige Lead-Sängerin von Nightwish! Dies wurde Ende Oktober offiziell bestätigt. Die Fans in den ersten Reihen waren etwas irritiert über den Auftritt, da Floor neben ihrer melodischen Stimme auch so richtig deftig ins Mikro geröhrt hat. Man darf also gespannt sein! Insgesamt gestaltete sich der Auftritt abwechslungsreich und packend. So musste keiner allzu lange warten, bis es im Programm weiter gehen konnte.

Die Band auf die die ganze Halle gewartet hatte machte es spannend. Auch Kamelot liessen es sich nicht nehmen einen Vorhang vor die Bühne zu spannen. Von hinten beleuchtet entstand so ein Gänsehaut-Intro, welches die Spannung der Zuschauer dann fast greifbar werden liess. Die US-amerikanische Melodic-Power-Metal-Band mit progressivem Einschlag sowie orchestralen und klassischen Einflüssen genoss es sichtlich, die Spannung immer weiter hochzuschrauben.

Natürlich waren alle die die Band seit 2011 nicht mehr live gesehen hatten gespannt, wie der neue Leadsänger Tommy Karevik sein Handwerk beherrscht. Vergleiche hinken an dieser Stelle, da Tommy eine völlig andere Stimmfarbe besitzt als Roy Khan, der besonders in den tieferen Lagen seine Stärken hatte. Tommy hingegen ist in den höheren Lagen zuhause, was ein neues Kamelot-Feeling schafft, und dennoch nicht weit von dem abweicht, was man an der Band liebt. Silverthorn bildet seit 2012 die Basis für die Tour mit denen Kamelot unterwegs ist. Was bei dieser Band besonders besticht, ist die Sicherheit, mit der ein jeder hinter oder an seinem Instrument steht. Geballtes Können und das Gefühl einer Routine, die doch nie eine wurde.

Tommy überzeugte nicht nur die weibliche Fangemeinde. Auch von den männlichen Besuchern waren anerkennende Worte zu vernehmen. Das Programm gestaltete sich von reisserisch bis dramatisch. Es war alles vorhanden, was der Abend im Vorfeld an Erwartungen generiert hatte. Von hart bis zart durfte man in verschiedenen Emotionen baden oder einfach die Sau rauslassen.