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Durch seine unvergleichliche Persönlichkeit und seine gewaltige Stimme, begeisterte Joe Cocker am Mittwochabend unzählige Besucher im Hallenstadion. Mit seinen weltberühmten Hits, welche er aus voller Leidenschaft sang, liess er die mehrheitlich älteren Semester gegen Ende vollkommen aufblühen. Chapeau, Mister Cocker!

jk. Am Mittwochabend dem 22. Mai versammelten sich rund 9600 Menschen an einem Ort, um den Blues Gott Joe Cocker von Nahem zu bestaunen. Bevor der Superstar jedoch startete, begann um 20.00 Uhr der Support-Act Marc Sway, und inszenierte seine Rolle gekonnt. Es gelang ihm, mit seiner herzlichen Art, viel gutem Gesang und Humor, die Zuschauer ein wenig aus der Reserve zu locken und unterhielt das Hallenstadion für eine halbe Stunde. Sein wohl berühmtester Song Serverina, den er für seine Frau schrieb, kam beim Publikum am Besten an.

Als endlich der Liebling des Abends gemütlich auf die Bühne spazierte und mit I Come In Peace den Auftakt machte, erfolgte auch der erste wirklich grosse Applaus aus dem Dunkeln. Schon am Ende des Liedes sprang er beim Schlusstakt in die Luft – wie wir es nur zu gut von ihm kennen – und wiederholte es den Abend hindurch etliche Male. Es folgte ein lautes «Zurich good evening», was eines seiner wenigen Worte war, die er sprach. Mit You Love Me Back brachte er erstmals eine Gänsehautstimmung nach Zürich, was sich aber bei Up Where We Belong wiederholte, und zwar dadurch, dass er ein Duett mit seiner Backgroundsängerin hinlegte. Die Feuerzeuge wurden in die Luft gestreckt und am Ende kam die bisher grösste Reaktion des mehrheitlich älteren Publikums.
Mit der weltberühmten Ballade You Are So Beautiful von Billy Preston, gab er seine unverkennbare Stimme wieder einmal perfekt zur Geltung und änderte kurzerhand den Schluss auf «to me» ab. Als er seinen neuesten Hit Fire It Up performte, kamen die Zuschauer aber so langsam in Stimmung. Weiter stieg sie mit You Can Leave Your Hat On von Randy Newman, was aber auch zu erwarten war. Doch der absolute Höhepunkt entstand, als er mit dem Lied Unchain My Heart startete. Jeder kam von seinem Stuhl hoch, tanzte ausgelassen zum Takt und erfreute sich am Briten und seiner Band. Die Halle tobte ebenso weiter beim Cover-Song der Beatles With A Little Help From My Friends, mit welchem er 1968 sein erster grosser Hit landete. Schlussendlich stieg die Laune der Zuschauer ins Unermessliche und Cocker beendete sein grossartiges Konzert mit einem weiteren genialen Song Cry Me A River.
Er liess mit seiner Songauswahl keine Wünsche offen; die meisten Songs stammten logischerweise aus seinem aktuellsten Album Fire It Up, doch für seine Fans hatte er alle grossen Hits auf Lager. Seine gefühlvolle zappelnde Bühnengestik, welche zu seinem Markenzeichen wurde, pflegte er wie immer den ganzen Abend hinüber, was ihn noch sympathischer erscheinen liess. Obwohl ich nicht zur Generation der meisten Fans gehörte, muss ich sagen, wer das Konzert verpasst hat, dem entging was – der hats wirklich immer noch drauf mit seinen 69 Jahren.