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Vom 12. bis 13. Mai fand die Role-Play-Convention in Köln, kurz RPC, statt. Hier trafen sich Rollenspieler, LARPer (Live Action Role Playing), Tabletopspieler, Cosplayer, Gamer und Nerds. Spannend war zu sehen, was für einen gewaltigen Einfluss Musik auf die Gemeinschaft haben kann und wie bereichernd Live-Musik für die Veranstaltung war!

Es gab sowohl in der Halle eine Bühne, als auch auf dem Aussengelände. In der Halle wurde die Bühne abwechselnd von verschiedenen Veranstaltern genutzt. So gab es nur selten Live-Musik, öfter Gewinnspiele oder Interviews mit den Stars und Sternchen, die auf die RPC eingeladen wurden. Die Bühne auf dem Aussengelände wurde ausschliesslich von Sängern und Bands genutzt. Das trug zur allgemeinen Stimmung im Aussenbereich, der ein wenig wie ein Mittelaltermarkt – mit Essständen, einer Falknerei und diversen Verkaufsständen von Fellen und Dolchen – aufgebaut war, massgeblich bei.

Ein echter, wahrer Held

Die RPC hat somit alles richtig gemacht. Die Konzerte waren weder vor, noch nach der Veranstaltung an sich, sondern währenddessen. Perfekt ins Programm integriert, konnte man sich so Mac Piet, Tommy Krappweis oder Jan Hegenberg anhören. Alles Künstler, die sich gut darauf verstehen, eine wilde Meute zu unterhalten und ordentlich für Stimmung zu sorgen.

Jeder, der sich für Mittelalter, Gaming oder Rollenspiele interessiert, hat einen dieser Namen schon einmal gehört. Es sind nicht irgendwelche internationalen Mega-Stars, die zwar vielleicht so halbwegs zur Szene passen, sondern greifbare, grossartige und vor allem hautnahe Künstler.

Tommy Krappweis und RPC-Besucher-Chor. Bild: Larissa Baiter

Als Tommy Krappweis Ein echter wahrer Held angespielt hat, hat die komplette Menge angefangen mitzusingen. Es wurden Leute auf die Bühne gebeten um als Chor den Refrain zu singen. Es wurde rumgewitzelt, wenn die Gitarre mal wieder ein wenig verstimmt war und es wurde ohne Aufforderung mitgeklatscht und mitgesungen!

Dass Tommy Krappweis nicht nur ein toller Künstler ist, sondern auch einen speziellen Humor hat und ein grosses Herz, bewies er, als er verkündete, dass alle Einnahmen, die mit Ein echter wahrer Held erzielt werden, ab sofort für Flüchtlinge gespendet werden. Das ist deswegen so lustig, da ein paar rechtspopulistische Fanatiker versucht haben, dieses Lied als Hymne zu missbrauchen. Tommy Krappweis hat das natürlich verhindert und spendet seitdem jeden verdienten Cent dieses Liedes.

Die fette Elfe Hegenberg

Auch Jan Hegenberg bewies Humor. So liess er sich vom Grillstand nebenan, den er mit einer Nebelmaschine verwechselte, zwei Grillspiesschen beiseitelegen. Auf die Nachfrage, ob er wirklich zwei möchte, verwies er auf sein Bäuchlein und versicherte, dass er natürlich zwei Grillspiesse haben möchte. Passend dazu gab es im Anschluss das Lied Fette Elfe. Der Stimmungshöhepunkt war jedoch eindeutig bei Die Horde rennt. Das Lied wurde von allen Anwesenden lauthals mitgebrüllt, einfach fantastisch.

Alles in allem haben die Musiker die Stimmung, die sowieso schon fantastisch war, noch weiter gesteigert und für richtig gute Laune gesorgt. Das Gemeinschaftsgefühl wurde durch gemeinsames Mitsingen und Klatschen verstärkt und die RPC hat wieder einmal bewiesen, dass so ein Wochenende mit Gleichgesinnten, guter Musik und leckerem Essen einfach unschlagbar wertvoll sein kann.

Eine Convention muss nicht riesig sein, sie muss nicht immer nur die grössten Stars vor Ort haben oder am meisten Gewinnspiele veranstalten. Eine Convention muss Spass machen! Und Live-Musik, mit einem Krug Met oder einem leckeren Grillspiess in der Hand, mit publikumsnahen Künstlern, ist definitiv eines der Dinge, die an einer Convention sehr viel Spass machen.