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Es ist wieder einmal Montag – wie schön doch Montage sein können. Man geht wieder arbeiten, die neue Woche beginnt, man kann nochmals von vorne anfangen, herrlich! Ne, lügen wir uns nicht an, Montage sind beschissen und kommen immer viel zu schnell! Aber wenn man weiss, dass man am Abend ans James Morrison Showcase gehen kann, findet man einen Montag wieder gut.

James Morrison live im Kaufleuten (Foto: Natalie Steiger)

James Morrison live im Kaufleuten (Foto: Natalie Steiger)

Im Kaufleuten Festsaal fand das «The Showcase» mit dem sympathischen Briten James Morrison statt. Ich durfte James bereits einige Wochen davor am «Stage 24 Gig» live sehen (er spielte dort zwei Songs) und dachte mir: «Hey den will ich mir mal länger live anhören!» Gesagt, getan.

Der Feststaal war, wie erwartet, vollgepumpt mit Frauen ab Mitte 30 aufwärts. Wir ergatterten uns einen Platz links vor der Bühne. Bedauerlicherweise mussten genau dort zwei der fünf Männer vor mir stehen. Die Leuchttürme versperrten mir fast den kompletten Blick auf die Bühne. Also nochmals ein wenig Geschiebe und dann passte der Platz. James Morrison wurde kreischend empfangen und legte sogleich los. Sein Outfit katapultierte mich immer wieder in die Siebziger. Wildes Muster auf einem dunkel blauen Hemd, natürlich weit geöffnet und mit Goldkette dazu. Jetzt wissen wir’s, James mag es wild auf seinem Hemd. Dieses Hemd tat seiner Stimme jedoch nichts ab. Im typischen James-Stil trällerte er seine Lieder vor. Dazwischen gab es immer wieder kurze Phrasen zum Publikum – ja, er weiss wie er sein Publikum um den Finger wickelt.

Bei den Klassiker wie You Give Me Something, Broken Strings, I Won’t Let You Go und Wonderful World verschmelzten die Zuschauer mit dem Gesang von James. Sein Drummer umhüllte das Ganze mit einer Portion Humor. Ich weiss auch nicht warum, aber ich musste permanent lachen wenn ich ihn anschaute. Jeder Schlag sitzte, jede Bewegung passte. Sein Gesicht wiederspiegelte jeden Trommelklang. Ein sehr unterhaltsamer Schlagzeuger auf alle Fälle! Von seinem neuen Album Higher Than Here spielte er die bereits bekannteren Songs Stay Like This, Demons oder auch Higher Than Here, sowohl als auch die weniger bekannten Easy Love sowie Something Right und Just Like A Child.

Nach exakt 45 Minuten war Schluss. Er nuschelte was von «Danke, ihr seid so toll», winkte einmal in die Runde und düste weg. Meine Kollegin meinte, dass es mit Sicherheit noch eine Zugabe geben wird. Gab es aber nicht.

Mein Fazit? Es war ein schönes Konzert, perfekt abgemischt – Kompliment an die Tonleute –, aber mir fehlte der Hauch von Magie, er kam einfach nicht. Ich dachte, ich werde bombardiert mit Gänsehaut-Momenten, die blieben aber allesamt aus! Die Stimme wurde mir auf Dauer auch zu anstrengend. Dann lieber streamen, dafür aber die Songs, die mir am besten gefallen.