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Jack White hat mit «Blunderbuss» sein erstes Solo-Album veröffentlicht. Dabei bewegte er sich derart authentisch in der Vergangenheit, dass die Songs wieder neu klingen. Neben dem südstaatlichen Blues drückt doch immer wieder der karge, abgehackte Rock der White Stripes durch.

Der amerikanische Musiker Jack White gilt als einer der einflussreichsten und innovativsten Rockgitarristen der Gegenwart. Mit Meg White erlangte er unter dem Namen The White Stripes weltweite Bekanntheit. Daneben widmete er sich aber auch anderen Projekten wie den Raconteurs. Mit Blunderbuss beschreitet White nun erstmals eigene Wege – und das äusserst erfolgreich. Das Album geht in den Fussstapfen alter Blues-Legenden und sucht nach ihrem Ursprung. Ein Unterfangen, dass schnell gekünstelt, aufgesetzt und wiedergekaut wirken konnte. Doch bei der Produktion wurde kosequent auf moderne Technik verzichtet, was Blunderbuss den warmen, organischen Klang verleiht, den es eben gesucht hat. Stücke wie On And On And On oder Love Interruption strotzen voller fesselnder Sounds, auch wenn man das gemächlichere Tempo von White nicht gewohnt ist. Nicht nur die Arrangements schweben im Dunstkeis von Genialität und Verträumtheit, auch das Songwriting besticht durch poetische Feinheiten: „The moon and the stars never change/ they just re-arrange“.

Wer ein wärmendes Album für das Überwintern auf dem heimischen Sofa erwartet, kommt auf seine Kosten. Doch Blunderbuss – übringens eine Bezeichnung für ein Gewehr – ist auch mit Explosivität geladen. Sixteen Saltines erinnert an die Stripes, doch mit einer stärkeren Instrumentalisierung, während I’m Shakin’ die Verbindung von bluesigem Rock’n’Roll und Whites Charakter zelebriert. Aus dem Rahmen fällt das hin und her schaukelnde Freedom at 21. Es dominiert die wie ein Mantra durch den Song schlingernde Gitarre, White bewegt sich an der Grenze zwischen Gesang und gesprochenem Wort, bis das Saitenspiel exzentrisch ausartet und sich psychedelisch in den Höhepunkt und gleichzeitigen Abschluss des Songs steigert.
Blunderbuss ist nicht nur ein Meilenstein in Jack Whites Schaffen, sondern auch ein Stück analoge, natürliche Musik, das wie ein Fels in der digitalen Brandung steht. Mit einem Kauf macht man definitiv nichts falsch!

Kleiner Tipp: Vinyl-Fans kriegen mit der Platte auch ein Download-Code.

Tracklist:

01. Missing Pieces
02. Sixteen Saltines
03. Freedom at 21
04. Love Interruption
05. Blunderbuss
06. Hypocritical Kiss
07. Weep Themselves to Sleep
08. I’m Shakin‘
09. Trash Tongue Talker
10. Hip (Eponymous) Poor Boy
11. I Guess I Should Go to Sleep
12. On and On and On
13. Take Me with You When You Go