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Die Zürcher Band The Raveners luden zur Plattentaufe ihres neusten Werks «Bad Lover Killer» ins Plaza. Die Musiker gaben trotz vernebeltem Saal alles und nach einer Anlaufzeit wurde auch das Publikum warm.

Exquisites Ambiente im noblen Klub Plaza, dessen musikalische Ausrichtung eher zum Mashup aus Oldschool Hip Hop und House tendiert. Das Lokal machte die Bühne frei für das faszinierende Crossover-Produkt aus der Soundschmiede der Raveners.

Die Mischung aus Soul, Funk und rassigem Rock’n’Roll ist Garantie für eine energiegeladene Show und mitreissende Rhythmen. Die schweizerische Zurückhaltung machte sich dennoch zu Beginn des Auftritts bemerkbar. Vielleicht lag es aber auch an den älteren Gästen, die mehrheitlich regungslos der souligen und ungewöhnlich „schwarzen“ Stimme von Sängerin Jessie lauschten. Auf jeden Fall musste das Publikum abgeholt werden. Die heissen Songs und Aufrufe seitens der Musiker schmolzen und brachen das Eis schliesslich. Der Röstigraben vor der Bühne füllte sich mit ausgelassen Tanzenden. Die elektronischen Elemente in der bunten Klangcollage verwandeln die im Grunde soliden Rocksongs wie Keeper of the Stars oder We Won’t Wait in wahre Tanzflächen-Feger. Gerade weil sich die Band selber zur Musik bewegte, ihr eine Seele gaben, bannte sie die Blicke – von Ausstrahlung der Sängerin ganz zu schweigen.

Auch die Raveners tauten während des Konzerts auf. Während Sängerin Jessie zu Beginn gegen den heftigen Einsatz der Nebelmaschinen protestierte, da sie mit der Stimme Mühe bekam, zeigten sich auch Gitarrist Chris und Bassist Béza verhalten. Unterstützt von Gastmusikern an Drums und Keyboard liessen sie ihrer Fantasie irgendwann freien Lauf, streuten hier und da ein freches Solo ein.

Die Zugabe wurde von ihrem Debut-Hit You Gotta Swing dominiert, bei welchem die Musiker vollständig in der Musik aufgingen, Jessie auf den Brettern kniete und kriechte. Gleichzeitig sprangen Béza und Chris wild auf und ab. Pure Emotion, die dem Abend die Stimmung schenkte, die ihm gebührte.

The Raveners klingen erfrischend anders, vereinen unterschiedlichste Genres zu einem spannenden Mix, der auch live überzeugt. Wer die Gelegenheit wahrnimmt, ein Konzert zu besuchen, erlebt feuerige und ehrliche Musik hautnah.