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Von Anfang März bis Anfang Mai geht die Frühlingstour von Shem Thomas, die er selber organisiert. Shem tourt noch mit seinem Album «You’re (not) the only one», das vor zwei Jahren rausgekommen ist durch die Clubs.

Ich treffe mich zum Interview mit Shem Thomas am Nachmittag vor dem Konzert. Er steht schon mit Jeans, einem «I Love NK»-Shirt und seinen Musikern Sam und Adi auf der Bühne. Der Soundcheck ist voll im Gange. Der Song Love me as I am erklingt, die zwei grösseren Monitore werden angeschlossen. Shem meint dann ganz sympathisch nach ein paar Gitarrenklänge, das passe bereits, höre sich schon anders an. «Ich glaub wir beginnen gleich mit dem Konzert.» Er schmunzelt, die Probe geht weiter. Nach ein einigen Songs gibt’s eine Pause, in der er Zeit findet, etwas an die frische Luft zu gehen. Passend zu seiner Frühlingstour ist das Wetter genauso und wir setzen uns ins grüne Gras, umgeben von Gänseblümchen und Kirchenglocken. Als erstes möchte ich von ihm wissen, was er denkt, was die Leute an ihm schätzen:

«Ich habe das Gefühl, dass ich die Menschen mit meiner Stimme berühre. Dass ich einer von ihnen bin und keine Show abziehe. Ich lebe meine Songs, die ich singe. Ich bin sozusagen ein Geschichtenerzähler auf der Bühne.»

Im Winter war er in Australien. Meine Frage bezieht sich auch gleich auf die Reise. Ich möchte wissen, was ihn dazu gebracht hat, dorthin zu fliegen:

«In erster Linie wollte ich an einen Ort, wo es warm ist. In Australien war ich vor 16 Jahren und habe das Land bereisen können. Ich wusste, dass ich dort wieder hin will, jetzt war ich an den schönen Küsten und Stränden. Ich bin nicht gerne im Wasser, aber am Wasser.» sagt er lachend und fährt fort.

«Mich faszinieren die Wellen. Es ist unendlich, es ist und bleibt etwas Magisches. Auch hab ich dort Künstler und Musiker kennengelernt. Australien hat eine grosse Popkultur. Mit einer australischen Singer-Songwriterin arbeite ich zusammen. Es ist sehr spannend, sich auch über so viele Kilometer zu unterhalten. Love me as I am, dieser Song handelt von zwei Seiten: Selbstliebe und geliebt werden. Es ist nicht einfach sich selber bedingungslos zu lieben. Da ich alleine in Australien war, hab ich mich mit dieser Situation auseinandergesetzt und deshalb kam mit die Idee zu diesem Lied.»

Ich schweife vom fernen Australien und den Küsten wieder in die Schweiz und möchte wissen, was sich alles verändert hat in den letzten Jahren:

«Ich war vor fünf Jahren hier als Strassenmusiker in Luzern und jetzt spiele ich heute in der Jazzkantine. In meiner Teenagerzeit war ich viel da in der Bar. Es ist toll wieder hier zu sein. Es gibt viele Erinnerungen hier in der Altstadt, ich sehe Ecken, an denen ich gespielt habe. Oder es kam mal ein kleines Mädchen vorbei und legte mir ein kleines Blümchen in den Hut. Das Kind hat sich mit dieser Geste bedankt. Bewusst zu sehen, was ich erreicht habe in den letzten fünf Jahren, ist grossartig. Menschen, die meine Konzerte besuchen, erfüllen mich mit grosser Dankbarkeit.»

«Meine nächsten Ziele sind Songs zu verwirklichen und veröffentlichen, wie ich es mir vorstelle und auch so auf das Band zu bringen. Ich geh jetzt schon mit meinen Liedern an die Öffentlichkeit, bei meinen Konzerten und möchte den Leuten zeigen, was ich Neues geschrieben habe. Um zu sehen, wie es ankommt, bevor das Album erscheint. Ich mache das gerade umgekehrt als manche andere Künstler, die zuerst das Album machen und dann auf Tour gehen.»

Das Fazit vom Interview und dem Konzert  für mich: Es verspricht viele Überraschungen. Fast so wie bei einer Knospe, aus der etwas Schönes zu blühen beginnt. Im Frühling ist es Zeit Neues zu entdecken und sich vielleicht inspirieren zu lassen. Genau das kann man bei Shem Thomas erleben. Er packt die Leute mit der Stimme und seiner verrückten, lieben Art. Jedes Konzert ist eine Überraschung und etwas Bleibendes.

Tourdaten

  • 06.04.17 – Vario Bar, Olten
  • 07.04.17 – Bühne, Marbach
  • 21.04.17– Theater Szene, Bern
  • 22.04.17 – Parterre, Basel
  • 28.04.17 – Treppenhaus, Rorschach
  • 03.05.17 – Werkstatt, Chur