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Der Schwarz-Weis-Film «Manche Hunde müssen sterben» ist der neueste Wurf des Schweizer Regisseurs Laurent Wyss. Der Bieler setzt darin auf Spannung und emotionale Aufnahmen, welche die kühle Atmosphäre des zweisprachigen Thrillers gekonnt untermalen. Negative White traf den Filmemacher im Herzen der Bieler Altstadt.

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Laurent Wyss im Interview (Foto: David Schneider)

Ein Gastbeitrag von David Schneider

Der düstere Thriller Manche Hunde müssen sterben entstand letztes Jahr innerhalb weniger Wochen. Doch was der Bieler Regisseur Laurent Wyss, der in seinem neuesten Film erneut auf klare Bildsprache und Zweisprachigkeit setzt, in dieser kurzen Zeit erschaffen hat, muss sich auf keine Art und Weise verstecken. Im Interview spricht der kreative Kopf über die Schattenseiten von Biel, seine Inspiration und zeigt Sequenzen aus seinem Film Noir.

Emotionen in Schwarzweiss

Der Mann. Er ist zentral in Laurent Wyss neuestem Werk, dass genauso unvorhersehbar und geheimnisvoll herüberkommt wie sein Hauptprotagonist. Dieser namenslose und kaltblütige Geselle aus dem Osten verkörpert den Charakter des Filmes Manche Hunde müssen sterben perfekt. Wie die kühlen bilder dieses Schweizer Film Noir ist auch seine Art meist ohne Emotionen und düster. Der Film lebt von der Wortkargheit des Hitman mit dem russischen Akzent. Umso mehr wirken die lang gehaltenen Bilder des Regisseur Laurent Wyss, der mit langen Kamerafahrten und emotionsgeladenen Nahaufnahmen auf die Wirkung von Bildern setzt.

Harmloses trifft auf Emotionsloses

Im Thriller, der in Biel gedreht wurde und auch an dessen Festival du Film Français d’Helvétie Première feierte, trifft der oben genannte Auftragsmörder mit unbekannter Herkunft durch Zufall auf ein harmloses Ehepaar aus guten Verhältnissen. Doch mit der Harmlosigkeit deren Alltag ist es bald vorbei, als sich herausstellt, dass die Beiden Vorzeige-Schweizer es mit einem gesuchten Mörder zu tun haben und diesen ohne es überhaupt zu wissen vor der Polizei bewahrt haben. Und ab diesem Punkt tickt für beide Seiten die Bombe: Kommt der Kriminelle ohne erkannt zu werden davon? Wie entziehen sich die beiden ungewollten Komplizen sich grösseren Problemen? Und wieso ist auf einmal eine Leiche mehr vorhanden?

Mordgeschichten in zwei Sprachen

Ein zentraler Punkt an Wyss Film Manche Hunde müssen sterben ist Biels Hauptmerkmal: die Zweisprachigkeit. Der Film lebt nebst seinen Bildern von den beiden Sprachen Deutsch und Französisch, zeigt so die Emotionen sowohl optisch als auch hörbar auf. Und so wie die Zweisprachigkeit zu Biel gehört, ist auch das Thema Multikulturalität Teil des Thrillers. Ohne die schönen Seiten an der seeländer Stadt auszublenden, zeigt der Filmemacher auch wie herzlos und kalt seine Heimat sein kann. Aber dies nie ohne eine Prise Humor, denn nebst Momenten voller Spannung und Ernsthaftigkeit bietet der Laurent Wyss auch humorvolle Einschübe. Sei es eine deutsch-französische Fluchtirade oder ungewollt komische Alltagssituationen der Charaktere. In solchen Momenten kommt Laurent Wyss persönliche Note ins Spiel, über die er auch im Interview zu seinem Film gesprochen hat.