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Gedrängelt voll war das Volkshaus am 7. November, als The Cranberries zu ihrem Konzert einluden. Die Stimmung des bunt gemischten Publikums war schon im Vorfeld grandios…

Dolores O’Riordan verzauberte mit ihrer wunderbaren Stimme das Volkshaus (Sacha Saxer)

Dolores verzauberte mit ihrer wunderbaren Stimme das Volkshaus (Foto: Sacha Saxer)

 

…was sich auch während des ganzen Konzerts nicht änderte. Schon die Schweizer Vorband Them Fleurs profitierte von den erhitzten und feierwilligen Gemütern und spielte wohl vor 1’700 Zuschauern das Konzert  ihres Lebens – zumindest des bisherigen Lebens. Die sympathische Stimme des Sängers und der kraftvolle Stil vermochten es nämlich, in der knappen halben Stunde ihres Auftrittes zu überzeugen.

Es dürfte jedoch kaum verwunderlich sein, dass sich die Stimmung nochmal ins Unermessliche steigerte, sobald The Cranberries auf die Bühne traten. Vor allem die Sängerin Dolores O’Riordan besass eine starke, charismatische Ausstrahlung mit viel Bühnenpräsenz. Ich war wohl nicht die Einzige, die eine ganze Weile lang die Augen aus lauter Faszination nicht von ihr reissen konnte.

Dies konnte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Konzert nicht viel zu bieten hatte. Die Band kling live genauso wie ab CD – dies mag zwar vielleicht für Einige positiv oder sogar wünschenswert sein, meiner Meinung nach ist es jedoch eher ein Minuspunkt. Wenn ich genauso gut eine CD in den Player schieben kann, muss ich dafür nicht an ein Konzert gehen.
Auch visuell passierte, abgesehen von grässlichen Outfits der Sängerin, nicht viel. Die Band bewegte sich, bis auf den Gitarristen, der sich wirklich bemühte, kaum bis gar nicht, einzig Dolores zeigte uns ihren eher speziellen, aber auch sehr bemessenen Tanzstil und “rockte” die Bühne somit nicht wirklich. Die Lichtshow wäre für eine Vorband angemessen gewesen, aber für den Hauptakt war es viel zu langweilig. Abwechslung boten einzig die kleinen Geschichten, die sie am Anfang noch einflocht, was dann jedoch mit der Zeit immer mehr abflaute, bis sie dazu überging, nur noch den Namen des Songs zu erwähnen.

Keine Frage, trotz alledem war die Stimmung des Publikums grossartig. Die Lieder, die gespielt wurden – zum Beispiel Tomorrow, Just My Imagination, You And Me, Twenty One, The Animal Instinkt, Be With You, Linger, Salvation, Free to Decide und nicht zuletzt Zombie wurden allesamt vom Publikum aus vollster Kehle und mit Begeisterung mitgesungen, es wurde geklatscht, geschrien und gejubelt, wie es sich für ein anständiges Konzert gehört. Vor allem bei Zombie entstand dann ein echtes Gänsehaut-Feeling, als 1’700 Zuschauer wie aus einer Kehle den Refrain mitsangen. Keine Zweifel, The Cranberries hat einige Hits produziert – mehrmals ging mir jedoch während des Konzerts durch den Kopf, dass sich einige Lieder doch sehr stark ähneln. Einen unverkennbaren Stil zu haben bedeuted nicht, ähnliche Lieder zu produzieren!

Schade, dass die Performance auf der Bühne nicht der Performance des Publikums entsprach, sondern eher als mässig zu bezeichnen war.