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Culcha Candela brachten zum Abschluss des Wochenendes am Sonntagabend viele Ladys spielend einfach in Schwung. Aber auch die letzten Tanzmuffel lockten die feurigen Jungs im Zürcher Dynamo hinter dem Ofen hervor und brachten sie zum Bewegen.

Man soll nie zu einem Abenteuer Nein sagen, hiess es am Sonntagabend bei Culcha Candela. Genau darum kann ich leider auch nichts zur Vorband sagen. Ausser, dass sie anwesend waren und am Ende des Abends fleissig Flyer von sich selber verteilt haben. Dass ich die Band Soundbar verpasst habe, liegt nämlich an einer abenteuerlichen Fahrt ins Blaue irgendwo durch Zürich – wer braucht schon ein Navi? Die genauen Details erspar ich euch.

Boygroup-Feeling in Candelistan

Pünktlich auf die Umbaupause angekommen, erwartete uns ein ziemlich voller Dynamosaal. Viel Zeit blieb nicht mehr übrig und schon hiess es:Welcome to Candelistan. Bereits ab dem ersten Song gaben Culcha Candela Alles, um das Publikum zu bewegen: «Wir wollen ganz Zürich in der Luft sehen.»

Begeistert machten die Meisten mit und als die drei Frontsänger nach dem ersten Lied noch ein zwei Brocken auf Schweizerdeutsch sagten, kamen die Fans richtig in Fahrt. Der Kreischfaktor an diesem Abend war extrem hoch; es waren ja auch – oh Wunder – vorwiegend weibliche Zuschauerinnen anwesend. Der Gedanke, dass wir an einem Konzert einer Latino-Boygroup für Ü30-Groupies gelandet waren, liess mich an diesem Abend nie so ganz los.

Tanzbar gute Unterhaltung

Wie es sich so für eine echte Boygroup gehört, zeigte die Formation massenweise Tanzchoreographien. Sie wurden dabei zusätzlich von zwei energievollen Tänzerinnen unterstützt. Aber auch vor der Bühne ging es heiss zu und her. Die drei Jungs forderten alle Ladies im Publikum auf, den Männern zu zeigen, wie sie tanzen können. Von Vielen wurde dies artig arschwackelnd das ganze Konzert lang befolgt. Durch mehrfache Animationen und genauen Anleitungen brachte Culcha Candela aber auch die Tanzmuffel – samt den Männern – immer wieder zum Tanzen. Es war ziemlich eindrücklich, wie zum Schluss der ganze Saal in einer grossen Einheit mehrmals hintereinander sieben Schritte nach links machte, einen Kick ansetzte und dann sieben Schritte nach rechts vollbrachte. Wer nicht mitmachte, wurde dementsprechend überrannt. Gruppenzwang vom feinsten oder schöner gesagt: komplette Publikumsbeteiligung.

Culcha Candela scheute den direkten Kontakt zum Publikum auf keine Weise. Sie holten sogar zwei Ladies aus dem Publikum auf die Bühne und diese durften zeigen, was sie arschwackelmässig so drauf haben. Mit lautem Jubel auch seitens der Band wurden sie dabei unterstützt.

Culcha Candela lieferten neben einwandfreiem Sound mit Unterstützung ihrer Backgroundsängerin viel Abwechslung. Für das obligatorische Selfie liessen Sie in den vorderen Reihen Schilder mit Buchstaben verteilen, welche das Wort Zürich bildeten. Eher lächerlich waren hingegen die Luftpapierschlangen die zweimal ins Publikum geknallt wurden. Aber auch dies hat dann doch einige Ladys beeindruckt und verzückt.

Viel Bock auf Bunt

Aber die kultur-bunte Band war nicht bloss für die reine Unterhaltung auf der Bühne. Dies zeigten Sie zum Schluss auch mit ihren T-shirts, auf denen Bock auf bunt stand. Zum einen rüttelten sie die Anwesenden aus der Partystimmung mit einer kurzen Ansprache zur Flüchtlingsproblematik, und zum anderen kam ihr Projekt Schulbildung für Alle zum Thema. Die international besetzte Band setzt sich bekannterweise immer wieder für soziale Projekte und Integration ein, was sie auch sehr sympathisch und authentisch macht.

Der Stimmung tat dies darum nichts ab. Hingegen gab es bei mir etwas einen Dämpfer, als sie für einen kurzen Moment auf Hip-Hop umstellten. Nach einem deftig coolen Fettes Brot Konzert, kam Culcha Candelas Hip-Hop-Versuch wohl nicht ganz zu mir durch. Und da sie gleich danach noch ein eher ruhigeres Stück anhängten, war für eine kurze Zeit aus die Maus. Bis zum Schluss steigerten sie sich aber dann nochmals mit sehr gut tanzbaren Dancehall- und Latino-Songs bis sie dann ihre zwei bekanntesten Knaller bei der Zugabe zum Besten haben: Hammer und Monster natürlich.

Ein netter Abend, etwas unter den Erwartungen – wieso genau kann man schlecht in Worte fassen, da mehr oder weniger alles Stimmig war, aber so insgesamt kann man das Abenteuer in Candelistan empfehlen.