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K.I.Z. sprengen uns am Montag alle in die Luft, und wenn nicht das, dann fördern sie immerhin den Gedankenfluss. Diesen Montag: Party trifft Terror trifft Kritik.

Das Video zum Lied Boom Boom Boom von K.I.Z. (Knoblauch, Zwiebeln Ingwer; Kannibalen in Zivil; Künstler in Zwangsjacken). Boom Boom Boom ist erste Single-Auskopplung des kommenden Albums Hurra, die Welt geht unter. Die Single hat es in sich und ist wie geschaffen für den Montag.

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K.I.Z. (Foto: zvg)

Das Lied ist rechnet mit der Gesellschaft ab. Brisante Strömungen innerhalb dieser werden aufgenommen und wiedergeben. Das geht von der Flüchtlingsthematik – Denkt ihr die Flüchtlinge sind in Partyboote gestiegen // Mit dem großen Traum im Park mit Drogen zu dealen? –  über böse Sätze zur Flüchtlingsthematik – Ihr Partypatrioten // Seid nur weniger konsequent als diese Hakenkreuz-Idioten // Die geh’n halt noch selber ein paar Ausländer töten // Anstatt jemand‘ zu bezahl’n, um sie vom Schlauchboot zu treten – bis zur Kapitalismus-Kritik – Ihr wollt Kapitalismus mit Herz? – gibt es nicht…

Das alles verpackt in einen Song mit Party-Refrain – Boom Boom Boom Boom // Ich bring euch alle um. Lyrisch ist der Song eine Wucht. Und dazu die visuelle Ebene als Aufmerksamkeit-Garant: Sogar die Gala hat über das Video geschrieben. Die vier Berliner Rapper inszenieren sich mit grossen Knarren und Geiseln als Terroristen. Meinen sie sich selber bei der Zeile «Wo sind bloß die Terroristen, wenn man sie grade mal braucht?» Brauchen wir mehr Künstler (oder bald Aktivisten) wie K.I.Z.?

Insgesamt ist das Lied zum Montag von K.I.Z. ein weiteres der neuen Deutschrap-Bewegung, die sich mit der Gesellschaft auseinandersetzt. K.I.Z. beschreiten denselben Weg wie die Antilopen Gang, die sich bei «Beate Zschäpe hört U2» eines ähnlichen Thema angenommen haben, oder Audio88.

Heute Montag: Gesellschaftskritik von feinsten in pointierter lyrischer Form, die nach mehr fragt als wer den nun der Babo ist. Guten Montag.