Ein Passwort wird per E-Mail an Sie geschickt

Was für Musik macht eigentlich heisses Wasser? Hot Water Music, eine in Europa eher unbekannte Punk Rock-Band aus Florida, veröffentlicht mit „Exister“ immerhin das achte Studioalbum. Negative White hat sich das Werk zu Gemüte geführt.

jt.Das neue Album unterscheidet sich eigentlich nicht wesentlich von seinen Vorgängern. Hot Water Music setzen bei Exister auf bewährte Ingredienzen: rauher, heiseren Gesang und schnelle, punkige Riffs. Juck Ragans Stimme könnte sich ohne Probleme in einer Hardrock-Band wiederfinden. Dennoch schwankt das Album der US-Amerikaner zwischen Hardcore und Punk Rock, was erfrischender ist, als der „Punk“ von Green Day oder Blink-182, der der breiten, europäischen Masse sonst so bekannt ist. Hot Water Music bleiben sich insofern selbst treu.
Die dreizehn Titel von Exister sind kurze, heftige Salven treibender Musik, wie man es erwartet, und dauern selten länger als drei Minuten. Gemächlicher wird No End Left In Sight angeschlagen, das beinahe zur poppigen Rockballade verkommt, wäre da nicht das wuchtig massive Gitarrenspiel von Ragan und Wollard. Aber meist brettert das Quartett aus Gainesville geradeaus los. Der Einstieg mit Mainline reisst von den ersten Tönen an mit und erinnert stark an den Kick-ass Rock’n’Roll von den Kanadiern Danko Jones, die in der alten Welt eher einen Begriff sind. Prägend in allen Songs sind die beiden Gitarren, die geschickt durch die Zeilen steuern, ohne grossartig vom eingeschlagenen Kurs abkommen. Der Zwei-Mann-Gesang verleiht den Liedern währenddessen die nötige Emotionalität und Tiefe. Exister ist ein Album voll mit klarem und gradlinigem Rock. Leider vermag keiner der Songs wirklich aus der soliden Ansammlung herauszustechen. Alle Songs sind schön treibend und versprechen auch live eine gute Falle zu machen, doch das gewisse Etwas fehlt. Zwischen den einzelnen Arrangements fehlt der unverkennbare Unterschied, der den Wiedererkennungswert steigern würde.

Rise Records / ADA
VÖ: 18. Mai 2012

Tracklist:

01. Mainline
02. Boy, You’re Gonna Hurt Someone
03. State Of Grave
04. Drown In It
05. Drag My Body
06. Safety
07. Exister
08. Wrong Way
09. Take No Prisoners
10. Pledge Wore Thin
11. No End Left In Sight
12. The Traps
13. Paid In Full