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Das Dielsdorfer Street Food Festival rührte gross die Werbetrommel, um Gäste anzulocken. Die Begeisterung hielt sich jedoch in Grenzen. 

Streetfood ist in. Daher wundert es nicht, dass viele auf den Zug aufspringen wollen – Das Ergebnis überzeugt allerdings nicht immer – und im Falle des Dielsdorfer Streetfood-Festivals lag der mässige Erfolg nicht nur am Wetter. Oder, um noch einmal auf die Metapher mit dem Zug zurück zu kommen: Es war eher eine Happy Meal-Modelleisenbahn. 

Fiel ins Wasser: Das Street Food Festival in Dielsdorf. Bild: Evelyne Oberholzer. 

«Das einzig Gute hier war die Werbung», echauffiert sich eine junge Frau. Zu Essen gäbe es praktisch nur Frittiertes. «Und Überteuertes», doppelt ihr Partner nach. Fünfundzwanzig Franken für einen halben Liter Féchy sei zu viel.

Ein junger Mann, der sich den ganzen Abend nach einer Coke Zero verzehrte, erzählt, dass man ihm an der Bar gesagt habe, das Getränk würde gleich geliefert. Eine Stunde später, inklusive eines Walkie-Talkie-Geprächs durch einen der Veranstalter, war dann mal klar, dass es keine Cola Zero auf Platz gibt. 

Schmeckt deutlich besser, als es aussieht: Shanghai Noodels mit Erdnusssauce. Bild: Ramona Wunderfinder.

Völliger Reinfall. Da ist nicht drin, was drauf steht.

Später treffe ich auf eine angesäuselte Gruppe, die moniert, die Hüpfburg sei zu klein. Sie hätten zu sechst kaum hinein gepasst. Zumindest diese Kritik kann ich nicht ganz ernst nehmen. Weiter unten, wo sich die Gäste vor dem schlechten Wetter auf Bänken an Tischen nieder gelassen haben, geht das Gemotze weiter. 

Das Wetter sorgt für mässige Besucherzahl, die Organisation für mässige Begeisterung. «Völliger Reinfall», schimpft eine Frau. «Da ist nicht drin, was drauf steht. Auf das schlechte Wetter waren sie nicht vorbereitet, keine Liebe zum Dekor, keine Aschenbecher und trotz grosser Ankündigung, der Eintritt sei frei, haben sie uns beim Parkplatz fünf Franken abgeknöpft.» 

Dessert mit politisch unkorrektem Namen. Und Nüssen. Bild: Ramona Wunderfinder.

Ich gehe mir etwas zu Essen holen und finde tatsächlich etwas, das nicht frittiert ist: Nudeln Shanghai. Auf meiner Suche nach Essen komme ich an einer kleinen Bühne vorbei. Darauf steht eine Solo-Künstlerin, eine junge Frau mit starker Stimme, die ihre Gitarre malträtiert. Bei den trockenen Tischen plärrt Helene Fischer scheppernd aus den Boxen. 

Schliesslich finde ich doch einige Stimmen, die nichts zu bemängeln haben. Das Essen hier sei wirklich gut, finden zwei Mohrenkopf-Esser, und eine Hundehalterin fügt an: «das sind armi Seck, da i dem Räge.»

Tatsächlich, schlecht schmeckts nicht. Aber der Gesamteindruck ist mehr als durchzogen.