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Eine pompöse Lichtshow. Ein Frontmann, der vor lauter Energie Funken sprühte. Ohrwürmer am laufenden Band. Eindrücke vom OneRepublic Konzert, letzten Mittwoch in Bern.

One Republic

Besser mal das Handy zücken. (Foto: Michelle Brügger)

 

Die Expo-Halle glich einem summenden Bienenstock, als ich mit Verspätung und nach einigen ÖV-Problemen dort abkam. Den Supportact James Walsh habe ich verpasst, aber fürs Warten bis es weitergeht kam ich noch gerade rechtzeitig. Es herrscht eine aufgeregte, vorfreudige Stimmung. Wie lange schon gewartet wurde, weiss ich nicht genau, aber  manche Leute fingen schon zu pfeifen an. Es ist Mittwochabend. Man ist ungeduldig. Wann gehts endlich los?

Irgendwann gehts immer los. Und bei diesem Konzert geschah dies mit viel Effekt. Schattenspiel auf einem weissen Vorhang. Erst für den Refrain werden die Hüllen fallen gelassen. «You can light it up», sang Ryan für uns und die Bühne wurde mit weissem Licht geflutet. Das Publikum jubelte und jauchzte und kreischte. Besonders rührend waren zwei junge Frauen, die sich vor lauter Freude umarmten. Jeder streckte und reckte sich, um über die Masse hinüber zu schauen und noch einen Blick mehr auf Ryan werfen zu können.

Besonders auf Ryan, denn der Rest der Band wirkte auf der grossen Bühne irgendwie etwas zu verteilt, fast im Abseits stehend und zu unbeweglich. Unauffällig. Dafür strahlte Sänger Tedder genug Energie aus, um die ganze Show alleine zu reissen. Er rannte von einem Punkt der Bühne zum anderen und schaffte es trotz all der Bewegungen noch immer überraschend sauber zu singen. Vor allem bei Apologize, das die Band mittlerweile wohl selbst schon fast nicht mehr hören kann, kam seine Stimme besonders gut zur Geltung. Ryan spielte die Pianobegleitung selbst und das ganze Publikum sang mit. Ein äusserst schöner und berührender Moment, der noch hinterher in der Luft hängen blieb.
Nach einigen akustisch anmutenden Songs und einem spanischen Gitarrensolo Tedder’s (der Mann ist wirklich ein Multitalent!) erlebten wir mit Counting Stars den Höhepunkt des Abends. Der Bass dröhnte durch die Halle. Der Puls der Musik lud zum Tanzen ein. Dieser Song ist pure Freude und erinnert einen unweigerlich an Sonne, an Freiheit und diesen ganz besonderen Sommergeruch in der Luft.

One

Lichter durchschneiden die Expo-Halle (Foto: Michelle Brügger)

 

Höhepunkt heisst nicht, dass es danach bergab ging. Nach zwei weiteren Songs beehrten OneRepublic uns mit der ersten Zugabe und legten eine erfreuliche Spielausdauer an den Tag, denen Zugaben spielten sie mindestens vier. Um weitere ÖV-Probleme zu vermeiden, musste ich leider gehen, bevor das Konzert ganz beendet war, aber ich bin mir sicher, dass es ähnlich gut weiterging.

An diesem Abend war es kaum möglich, nicht mitzusingen. Die Hitdichte war desmassen hoch, dass man alle Songs auf irgend eine Art kannte. Manchmal den Titel und oft auch nur den Text des Refrains, aber das reichte schon. Tedder weiss, was es braucht, um einen Hit zu fabrizieren und was es braucht, um einen Abend mit guter musikalischer Unterhaltung zu füllen.